Streit wegen Abfallsack: Ehemann griff zur Pistole
Aktualisiert

Streit wegen Abfallsack: Ehemann griff zur Pistole

Weil eine Frau den falschen Ghüdersack rausstellte, wies der Abwart sie zurecht. Da rastete ihr Ehemann aus: Er griff zur Waffe und bedrohte die Familie des Abwarts.

«Das Quartier war im Ausnahmezustand», sagt ein Anwohner der Gerbestrasse

in Ostermundigen. «Überall

waren Sondereinheiten in Kampfmontur – über zehn Polizeiautos standen herum.» Der Grund für den Grosseinsatz am Samstag: Ein Mann war völlig ausgerastet und hatte eine Familie mit einer Faustfeuerwaffe bedroht.

Zum Drama kam es wegen einem Ghüdersack: Weil eine Frau einen schwarzen statt einen gebührenpflichtigen orangen Kehrichtsack vor das Haus stellte, wurde sie vom Abwart zurechtgewiesen. Das geriet dem Ehemann der Frau in den falschen Hals: Er griff zur Waffe und wartete, bis die Familie des Abwarts die Wohnung verlassen wollte. «Von der Strasse aus bedrohte er sie», sagt Ursula Stauffer von der Kapo Bern. Die Familie konnte flüchten. Darauf verschanzte sich der Täter in

seiner Wohnung, wurde aber von der Polizei überwältigt. Es fiel kein Schuss. «Inzwischen ist der Täter wieder frei», sagt Stauffer.

Es ist nicht das erste Mal, dass wegen Abfall gestritten wird: «Tagelang stehen stinkende schwarze Säcke herum – jetzt gibts sogar wilde Deponien», sagt ein Anwohner. «Aber so ausgeartet ist es noch nie.»

Andrea Abbühl

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