AFFELTRANGEN: Streit wegen totem Falken
Aktualisiert

AFFELTRANGENStreit wegen totem Falken

Ein Wanderfalke ist einer Auseinandersetzung unter Nachbarn zum Opfer gefallen. Nun sieht man sich vor Gericht.

von
Marco Kamber

Anfang Dezember wurde in der Station für misshandelte Greifvögel in Affeltrangen der Wanderfalke Wander vermisst. Für Jürg Windler, Leiter der Station, war schnell klar, dass sein Nachbar Walter G., mit dem er seit einiger Zeit Streit hat, sein Tier entführt hatte. «Wir haben gesehen, wie seine Frau Wander angelockt und eingesperrt hat», so Windler. Der Verdacht erhärtete sich, als der Vogel Mitte Januar tot bei der Station aufgefunden wurde. Wachen der Station haben laut Windler gesehen, dass «zwei verdächtige Personen» den Kadaver dort abgelegt hatte.

«Das ist alles gelogen», sagt G. zu den Vorwürfen an seine Person. Seiner Meinung nach ist der Vogel entflogen und dann verhungert. Er glaubt, dass ihn Windler nur schlecht machen wolle, weil er die Rechnung für die Voliere, die dieser für ihn gebaut hatte, nicht zahlen wolle. «Wieso sollten wir den Falken getötet haben?», fragt G. Windlinger entgegnet: «Er drohte seit Mitte Jahr, die Vögel vom Himmel zu schiessen und die Mitarbeiter der Station zusammenzuschlagen.» Er vermutet dahinter Neid: «Eigentlich will das Ehepaar Gross auch Falken fliegen, hat aber keine Ausbildung dazu.» Der wüste Streit endet vor Gericht: G. hat Anzeige wegen Verleumdung eingereicht.

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