Streit wegen verschmutztem Ferienhaus
Aktualisiert

Streit wegen verschmutztem Ferienhaus

Das Zürcher Obergericht hat am Mittwoch ein Ehepaar freigesprochen, das wegen eines verschmutzten Ferienhauses dessen Vermieter mit Berichten in den Medien gedroht hatte.

In erster Instanz wurden die Angeklagten noch mit Geldbussen bestraft.

Hintergrund des Streits war eine Ferienwohnung in Südfrankreich, welche die Eheleute im Frühling 2002 gemietet hatten. Weil es in der Wohnung viel Ungeziefer und Schimmel gehabt haben soll, verlangte das Ehepaar die Rückerstattung der schon bezahlten Miete.

Dabei drohte das Ehepaar aus Zollikon ZH, die hygienischen Missstände der TV-Sendung «Kassensturz» sowie der Zeitschrift «Beobachter» zu melden, falls der Vermieter das Geld nicht zurückzahle. Dieser reagierte jedoch mit einer Strafanzeige.

Kindische Drohung

Das Obergericht Zürich hat am Mittwoch das Verhalten des Ehepaars als «straflose Druckausübung» eingestuft. Der Vermieter sei keiner Drohung mit ernsthaften Nachteilen ausgesetzt gewesen. Eine solche Bagetelle wäre in den Medien auch kaum erwähnt worden.

Einer der Oberrichter bezeichnete die Drohung der Eheleute gar als so kindisch, dass man sie gar nicht ernst nehmen könne. Im Übrigen müsse ein Vermieter, der mittels Inseraten an die Öffentlichkeit trete, auch mit negativen Reaktionen rechnen.

Schuldsprüche aufgehoben

Das Bezirksgericht Meilen vertrat eine andere Auffassung. Im vergangenen Juni verurteilte es das Ehepaar wegen versuchter Nötigung zu Geldstrafen von 2500 Franken für die Frau sowie 1000 Franken für den Mann. Zuvor hatte die Bezirksanwaltschaft Meilen einen entsprechenden Strafbefehl erlassen.

Das Ehepaar wehrte sich jedoch gegen die Schuldsprüche. Bei einer Verurteilung müsse jede weitere Person, die zum «Kassensturz» gehe, bestraft werden, beschwerte sich die Angeklagte vor dem Obergericht. Letztlich wurden sie und ihr Mann freigesprochen.

(sda)

Deine Meinung