Baumängel am Inselspital: Streit zwischen Bern und Implenia endet mit Vergleich
Aktualisiert

Baumängel am InselspitalStreit zwischen Bern und Implenia endet mit Vergleich

Die Auseinandersetzung zwischen dem Kanton Bern und dem Baukonzern Implenia wegen Baumängeln am Berner Inselspital endet mit einem Vergleich. Damit wird die Anfang April aufgenommene Gerichtsverhandlung im Herbst nicht fortgesetzt.

Beide Parteien hätten diesem zusgestimmt, hiess es am Freitag beim Handelsgericht auf Anfrage. Zum Inhalt des Vergleichs haben die Parteien Stillschweigen vereinbart.

Konkret geht es um Baumängel am neuen Intensiv-, Notfall- und Operationszentrum (INO) am Inselspital. Die damalige Generalunternehmerin Zschokke, die später mit Batigroup zur Implenia fusionierte, und der Kanton Bern hatten bereits 2003 einen Vergleich wegen Baumängeln am Rohbau des INO abgeschlossen.

2005 wurden Risse im Betonboden entdeckt, die nach Ansicht des Kantons nicht durch den Vergleich aus dem Jahr 2003 abgegolten wurden. Implenia hingegen stellte sich auf den Standpunkt, die Risse seien teilweise schon 2003 bekannt gewesen und somit im Vergleich mitberücksichtigt.

Nach der ersten Einvernahme Anfang April stimmten der Kanton und Implenia einem Einigungsversuch zu. Das Handelsgericht machte den Parteien einen Vergleichsvorschlag.

Für das INO setzte der Kanton einen Kostenrahmen von 263 Mio. Franken, inklusive Nachkredit von 48 Mio. Franken. Das Projekt geriet immer wieder wegen Kostenüberschreitungen und Verzögerungen in die Schlagzeilen. 2007 wurde die erste Etappe mit Labormedizin und Radiologie eingeweiht. Die zweite Etappe mit Notfallzentrum und Intensivbehandlung soll bis 2011 fertig sein.

(sda)

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