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Maurice Béjarts ErbeStreit zwischen Lausanne und Brüssel um «Béjart»

Die Béjart-Stiftung in Lausanne ist erzürnt über die Maison Béjart in Brüssel. Sie wirft ihr vor, sich unrechtmässig des Namens des Choreografen zu bedienen. Die Lausanner Stiftung nimmt für sich in Anspruch «einzige Erbin» des 2007 verstorbenen Meisters zu sein.

Die kürzlich eingeweihte Maison Maurice Béjart will die Erinnerung an den Choreografen, der lange Zeit in Belgien wirkte, pflegen. Der in Marseille geborene Béjart hatte in Brüssel insbesondere seine berühmten Choreografien «Le Sacre du Printemps» (1959) und «Boléro» (1960) kreiert.

Die belgische Presse, aber auch Westschweizer Medien enthüllten, dass die Béjart-Stiftung die belgische Initiative gar nicht schätzt. Die Tageszeitung «Le Soir» druckte einen Brief der Genfer Anwältin der Stiftung ab: Die belgische Betreiberin der Maison Béjart habe keinerlei Legitimation, Maurice Béjart und sein Werk zu repräsentieren, heisst es in dem Schriftstück.

Die Belgier fühlen sich im Recht. «Dieses Haus ist mehr als ein Museum oder eine Stiftung», sagte Jacques De Decker, Sekretär der Königlichen Akademie für französische Sprache und Literatur, «es ist der Ort, wo Maurice Béjart mehr als 25 Jahre gelebt und gearbeitet hat».

Initiator der Maison Béjart ist Michel Robert, Freund und Biograf des Tanzkünstlers. (sda)

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