Strenge Auflagen für Dampfzentrale
Aktualisiert

Strenge Auflagen für Dampfzentrale

Das Berner Kulturzentrum Dampfzentrale muss die Mietkonditionen für die Veranstalter verbessern, unter anderem durch eine Reduktion der Personalkosten um 200 000 Franken.

Davon macht die Stadt einen zusätzlichen finanziellen Zustupf abhängig. Die Dampfzentrale wird im Rahmen eines Leistungsvertrags von der Stadt Bern mit 400 000 Franken im Jahr unterstützt. Sie war in den letzten Monaten wegen finanzieller und betrieblicher Schwierigkeiten in die Schlagzeilen geraten. Unter anderem hatte der Verein «be jazz» das Lokal wegen zu kostspieliger Mietbedingungen verlassen.

Am Donnerstag verlangte nun die FDP/JF-Fraktion im Stadtrat mit einer Richtlinienmotion, dass die Stadt Bern dem Kulturbetrieb keine zusätzliche finanzielle Unterstützung gewähre. Die Dampfzentrale müsse ihre Probleme selbst lösen, forderte Motionär Philippe Müller.

Strenge Massnahmen auferlegt

Der bernische Stadtpräsident Klaus Baumgartner betonte dagegen, die Gemeinde habe der Dampfzentrale strenge Massnahmen auferlegt. So müsse sie die Personalkosten um 200 000 Franken auf 470 000 Franken reduzieren, um durch diese Einsparungen den Veranstaltern um rund einen Viertel bessere Mietkonditionen gewähren zu können.

Diese Auflage werde nur durch harte Entscheidungen, Entlassungen und Pensenreduktionen, erfüllbar sein. Zudem verlange der Gemeinderat, dass die Veranstalter jeweils eigenes Personal einsetzen und selbst die Bar betreiben könnten. Schliesslich soll eine Vertretung der Stadt in einem erneuerten Vorstand Einsitz nehmen.

Höchstens 70 000 Franken zusätzlich

Erst wenn diese Massnahmen vollzogen worden sind, sei der Gemeinderat bereit, ein finanzielles Entgegenkommen zu prüfen, sagte Baumgartner. Möglich wäre es, der Dampfzentrale die Miete von 30 000 Franken und die Unterhaltskosten von 40 000 Franken zu erlassen.

Im Stadtrat erhielt Baumgartner Unterstützung von links-grüner Seite. Die Bürgerlichen befürchteten dagegen eine ungünstige Signalwirkung für andere Kulturinsitutionen und für das Management der Dampfzentrale. Die FDP-Motion wurde schliesslich mit 36 zu 29 stimmen verworfen.

(sda)

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