Zürcher Wahlen 2015: Strengeres Rechtssystem – weniger Umweltschutz
Aktualisiert

Zürcher Wahlen 2015Strengeres Rechtssystem – weniger Umweltschutz

Die Zürcher wollen weniger Sozialstaat und Umweltschutz, dafür ein strengeres Rechtssystem und eine restriktivere Finanzpolitik. Das zeigt die Wahlanalyse von Vimentis.ch.

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Der Zürcher Kantonsrat wird in der neuen Legislatur 2015 bis 2019 bürgerlicher und weniger ökologisch...

Der Zürcher Kantonsrat wird in der neuen Legislatur 2015 bis 2019 bürgerlicher und weniger ökologisch...

Keystone/Ennio Leanza
...das zeigt auch der Spider-Vergleich mit dem Durchschnitt der neu gewählten Parlamentarier (blau) und den abgewählten Parlamentariern (rot).

...das zeigt auch der Spider-Vergleich mit dem Durchschnitt der neu gewählten Parlamentarier (blau) und den abgewählten Parlamentariern (rot).

Viementis.ch
Und so sind die Wahlkreise gemäss Spider neu positioniert. 01 Affoltern, 02 Andelfingen, 03 Bülach, 04 Dielsdorf, 05 Dietikon, 06 Hinwil, 07 Horgen, 08 Meilen, 09 Pfäffikon, 10 Uster, 11 Winterthur-Land, 12 Stadt Winterthur 13 Stadt Zürich, Kreise 4 und 5, 14 Kreise 1 und 2, 15 Kreise 11 und 12, 16 Kreise 3 und 9, 17 Kreise 6 und 10, 18 Kreise 7 und 8.

Und so sind die Wahlkreise gemäss Spider neu positioniert. 01 Affoltern, 02 Andelfingen, 03 Bülach, 04 Dielsdorf, 05 Dietikon, 06 Hinwil, 07 Horgen, 08 Meilen, 09 Pfäffikon, 10 Uster, 11 Winterthur-Land, 12 Stadt Winterthur 13 Stadt Zürich, Kreise 4 und 5, 14 Kreise 1 und 2, 15 Kreise 11 und 12, 16 Kreise 3 und 9, 17 Kreise 6 und 10, 18 Kreise 7 und 8.

Vimentis.ch

Der Kanton Zürich hat gewählt – und die neutrale Informations-Plattform Vimentis hat das politische Profil des neu gewählten Kantonsrats mit dem bisherigen verglichen. Dabei zeigt sich, dass die Wähler vor allem jene bisherigen Parlamentsvertreter abgewählt haben, die sich für einen ausgebauten Sozialstaat und für den Umweltschutz einsetzen, wie Vimentis mitteilt.

Umgekehrt honorierten sie jene, die sich für ein strenges Rechtssystem, eine striktere Ausländerpolitik, eine restriktive Finanzpolitik und eine freie Wirtschaftspolitik engagieren. Dadurch ist das neue Kantonsparlament nach rechts gerutscht und leicht konservativer geworden gegenüber dem bisherigen Kantonsrat.

GLP-Frau durch Freisinnige ersetzt

Ein Beispiel für diesen Rechtsrutsch zeigt sich im Wahlkreis Stadt Zürich 7 & 8: Dort wurde Bettina Balmer (FDP) anstelle von Denise Wahlen (GLP) gewählt. Balmer setzt sich gemäss ihrem Vimentis-Profil im Gegensatz zu Wahlen stärker für eine liberale Wirtschaft, eine restriktivere Finanzpolitik und eine liberalere Gesellschaftspolitik ein.

Auch ein zu starker Einsatz für den Umweltschutz wirkte sich bei den Wahlen vom Sonntag ungünstig aus. So ersetzten die Wähler im Wahlkreis Stadt Zürich 3 & 9 Res Marti (Grüne) durch Pia Ackermann und Sybille Marti (beide SP). Vor allem Letztere setzt sich gemäss Vimentis-Profil deutlich weniger radikal für mehr Umweltschutz ein, dafür noch einen Tick stärker für einen ausgebauten Sozialstaat und eine stärkere politische Öffnung.

Verschiebungen innerhalb der Parteien

Aber nicht nur zwischen, sondern auch innerhalb der Parteien gibt es entsprechende Verschiebungen, wie Vimentis schreibt. So ersetzt im selben Wahlkreis der in Bezug auf Ausländerpolitik restriktivere Roger Liebi den etwas gemässigteren Lorenz Habicher. Liebi ist laut Vimentis-Profil neben der strikteren Ausländerpolitik ebenfalls mehr für eine freie Wirtschaft und dafür weniger für ein strengeres Rechtssystem und eine restriktive Finanzpolitik als Habicher.

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