28.04.2017 08:51

TrustStress singt Englisch – aber nicht nur das ist neu

In der neuen Band Trust treffen mit Stress, Gabriel Spahni von Pegasus und Evelinn Trouble unterschiedlichste Musiker aufeinander. Nicht ganz einfach.

von
Lucien Esseiva

Trust – die neue Schweizer Supergroup mit Rapper Stress (39), Pegasus-Bassist Gabriel Spahni (28) und Indie-Rockerin Evelinn Trouble (27) im Interview. (Video: Irina Fehlmann)

Ginge es darum, einem Genre treu zu sein, dann hätten diese drei wohl nie zueinander gefunden: der erfolgreiche Rapper Stress (39), Gabriel Spahni (28), Bassist der Pop-Band Pegasus, und die Indie-Rockerin Evelinn Trouble (27). Auf den ersten Blick: wenig Gemeinsamkeiten.

Doch das Trio baute aus diesen drei unterschiedlichen Welten ihre eigene: Entstanden ist die neue Schweizer Supergroup Trust. Die Band spielt «Urban Folk», wie sie ihren Stil selber beschreibt, eine stimmige Mischung von tanzbarem Pop mit urbanen Elektro-Elementen, getragen von Evelinn Troubles wuchtiger Stimme. Wer sich fragt, wer gar hübsch die Background-Vocals trällert, der erlebt eine Überraschung. Es ist Stress himself – und das erst noch in Englisch.

Trust in neun Punkten

Entstehung

Gabriel Spahni: «Stress, ich und ein paar Kollegen haben uns spontan für eine Songwriting-Session in London getroffen. Wir hatten einfach Spass im Studio. Da haben wir einfach weitergemacht. Die Zusammenarbeit mit Evelinn hat sich eher zufällig ergeben, weil Stress ihre Songs cool fand.»

Sound

Stress: «Es ergibt keinen Sinn, wenn jeder das macht, was er sowieso in seinen Projekten macht. Wir alle machen schon sehr lange Musik. Gerade darum sind solche Projekte sehr erfrischend. Dinge zu tun, wo wir ganz Neues ausprobieren und ganz anders denken können. Wir nennen unsere Musik ‹Urban Folk›.»

Streitpotenzial

Evelinn Trouble: «Es gab schwierige Momente. Ich habe durch diese Konflikte viel gelernt, und ich denke, dass die Musik deswegen einen anderen Touch bekommen hat. Das Menschliche stimmt zwischen uns. Wenn wir Krach hatten, dann drehte es sich immer um die Sache.»

Schwierigster Moment

Evelinn Trouble: «Bei diesem Projekt ist einfach eine musikalische Ästhetik gesucht, die mir nicht besonders liegt. Dabei muss ich mich ein wenig verbiegen, was nie so richtig angenehm ist.»

Druck

Evelinn Trouble: «Wenn man mit Stress arbeitet, dann muss man wissen, dass viel auf dem Spiel steht – man muss immer wach und auf zack sein. Aber das entspricht mir. Das verlange ich von meinen Leuten auch. Aber das kann durchaus strapazierend sein.»

Rollenverteilung

Stress: «Ich bin der Tänzer.»

Gabriel: «Ich hole Evelinn Kaffee oder Tee.»

Evelinn: «Und ich komme und singe.»

Termin-Koordination

Stress: «Wenn du kein Depp bist, dann schaffst du das auch. Für so etwas gibt es eine Agenda. Wenn du aber, wie Gabriel, keine Agenda hast, dann wird es schwierig.»

Gabriel: «Ich habe alle Termine im Kopf.»

Independent vs Major-Label

Evelinn Trouble: «Beim Major-Label gibt es nicht nur Kaffee, es gibt auch jemanden, der den Kaffee bringt. Und die Hotels sind ein bisschen schöner. Respektive: Es gibt überhaupt ein Hotel. Das ist durchaus angenehm.»

Der Videodreh am Kreuz

Stress: «Du musst dir vorstellen: Das Kreuz ist vier Meter hoch und verdammt schwer. Ich habe es mit meinem Surflehrer Gianluca auf Fuerteventura gebaut, und wir haben es zu viert auf den Hügel hochgeschleppt. Das war der Schwierigste von allem.»

Evelinn Trouble: «Ich hing ungefähr zwei Stunden da oben. Über mir kreiste eine Drohne, und ich hatte ein Funkgerät im Ohr, über das mir Stress dauernd Anweisungen ins Ohr schrie.»

«Volcanos», die erste Single von Trust, sehen Sie hier. Die EP gibt es ab heute zu kaufen.

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