Aktualisiert 08.12.2008 10:59

ForschungStressreduzierendes Hormon bei streitenden Paaren entdeckt

Durch die Verabreichung einer Dosis des Hormons Oxytocin produzieren die Gehirne von streitenden Paaren weniger Stresshormone.

Zu diesem Ergebnis kommen Forscher der Universität Zürich (UZH) in der Fachzeitschrift «Biological Psychiatry» nach einer Studie mit 47 Paaren, wie die Universität am Montag mitteilte.

Gemäss verschiedenen Studien der letzten Jahre bestimmt das Hormon Oxytocin im Gehirn von Säugetieren die Regulation des Sozialverhaltens. Forscher des Psychologischen Instituts der UZH untersuchten unlängst das Hormon in Bezug auf das Verhalten in Partnerschaften. Die Versuchspaare im Alter zwischen 20 und 50 Jahren erhielten dabei über einen Nasenspray entweder Oxytocin oder ein Placebo verabreicht. Im Labor wurden sie aufgefordert, über ein für sie typisches Konfliktthema zu streiten. Die Forscher verglichen derweil positive Verhaltensmerkmale, wie Zuhören, Bestätigen oder Lächeln im Verhältnis zu negativen Merkmalen, wie Unterbrechen, Kritisieren oder Abwerten.

Dabei kamen sie zum Schluss, dass Paare, die Oxytocin erhalten hatten, wesentlich besser abschnitten, als Paare, die ein Placebo erhalten hatten. Laut Studie verlängere Oxytocin die Dauer des positiven Verhaltens im Verhältnis zum negativen Verhalten. Diese Ergebnisse sprächen dafür, dass Oxytocin als neuronaler Mechanismus das Verhalten und die Stressreaktion bei Partnerschaften beeinflussen könne. Das Hormon Oxytocin sei damit, so die Forscher, ein möglicher biologischer Kandidat, der erklären könnte, warum sich Partnerschaften positiv auf die Gesundheit auswirkten. (dapd)

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