Tiefenbrunnen ZH: Strich: Anwohner zahlen Security

Aktualisiert

Tiefenbrunnen ZHStrich: Anwohner zahlen Security

Anwohner wollen den neuen Strassenstrich beim Tiefenbrunnen nicht dulden: Sie haben Security-Leute engagiert, die die Freier vergraulen sollen. Nicht ohne Erfolg.

von
Marco Lüssi

Als erste Prostituierte Anfang dieses Jahres damit begannen, an der Bellerivestrasse nahe der Grenze zu Zollikon ihren Körper anzubieten, sagte die Polizei, ihr seien die Hände gebunden: Der Strassenabschnitt ist im Strichplan eingezeichnet (20 Minuten berichtete).

Gutbetuchte Anwohner wollen die Anwesenheit der käuflichen Frauen jedoch nicht hinnehmen: «Es gilt zu verhindern, dass sich das Rotlichtmilieu im Seefeld etabliert», bestätigt Janine Meyerstein von der Autowaschanlage und Bar Meylenstein eine Meldung in der gestrigen «Tages-Anzeiger»-Klatschkolumne von Hildegard Schwaninger. Gemeinsam mit dem Immobilienunternehmer Urs Ledermann bezahlt Meyerstein eine Sicherheitsfirma dafür, dass sie jeden Abend zwei Security-Männer in der Nähe der Prostituierten postiert. Mit Erfolg: «Viele Freier schämen sich, vor den Sicherheitsleuten bei den Frauen anzuhalten», sagt sie. Nicht jeder lasse sich allerdings abschrecken. Seit die Securitys da seien, würden die Frauen zudem ihre Notdurft nicht mehr auf der Stras­se verrichten. Vertreiben lassen sie sich jedoch nicht: Eine kleine Gruppe von Prostituierten aus Deutschland und Ungarn – eine davon sichtbar schwanger – steht jeden Abend dort.

Die Stadtpolizei hat gegen den Einsatz der privaten Sicherheitsleute nichts einzuwenden. Stapo-Medienchef Marco Cortesi betont aber: «Auf öffentlichem Grund haben sie nicht mehr Rechte als der normale Bürger und dürfen beispielsweise niemanden wegweisen.»

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