Strichjunge als Mörder
Aktualisiert

Strichjunge als Mörder

Ein heute 30-jähriger irakischer Kurde soll wegen der Ermordung zweier Homosexueller in den Jahren 1999 und 2000 lebenslang ins Zuchthaus.

Dies beantragte der Staatsanwalt am Dienstag dem Zürcher Geschworenengericht. Der Verteidiger verlangte nur 18 Jahre. Das Urteil wird am Mittwoch eröffnet.

Der als Strichjunge tätig gewesene Kurde hat beide Morde vom Juni 1999 und Januar 2000 in Zürich inzwischen gestanden, für die ihn das Geschworenengericht bereits im vergangenen Dezember schuldig gesprochen hatte. Er legte gegenüber dem psychiatrischen Gutachter umfassende Geständnisse ab, wie es am Gericht hiess. In den Verhandlungen vom vergangenen Dezember hatte er, wie berichtet, nur zugegeben, am Tatort zugegen gewesen zu sein. Für die Tötung der damals 55- beziehungsweise 66-jährigen Homosexuellen machte er aber einen Geheimdienstler namens Karim verantwortlich.

Staatsanwalt Ulrich Weder forderte für den Kurden eine lebenslängliche Zuchthausstrafe. Der Angeklagte habe seine Opfer bei voller Zurechnungsfähigkeit auf scheusslichste Art niedergemetzelt. Der Verteidiger wollte seinen Mandanten nur zu 18 Jahren Zuchthaus verurteilt haben. Dessen Zurechnungsfähigkeit sei bis zu einem mittleren Masse vermindert gewesen, da der Mann angetrunken gewesen sei. Den Untersuchungsbehörden warf der Verteidiger «peinlichste Fehler» vor. So sei ein DNS-Gutachten, das den Täter schon rasch überführt und den zweiten Mord verhindert hätte, volle zwei Jahre schubladisiert worden. (dapd)

Deine Meinung