Strippen am Grab
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Strippen am Grab

Je mehr Leute an der Trauerfeier, desto grösser die Ehre für den Verstorbenen. Diese Annahme hat Bauern in Ostchina zu ungewöhnlichen Massnahmen verleitet.

Mit Stripperinnen lockten die Bauern jeweils grosse Menschenmengen an die Beerdigungen - je mehr Menschen nämlich zu einer Trauerfeier kommen, so glauben sie, umso ehrenhafter sei dies für den Verstorbenen. Zudem bringe es den Hinterbliebenen Glück.

Die Tänzerinnen seien auch nackt mit Schlangen aufgetreten, hätten vor dem Publikum gebadet oder männlichen Zuschauern schon mal die Hosen heruntergezogen und sie zum Tanz aufgefordert, berichtete das staatliche chinesische Fernsehen. Das Spektakel habe sich zuletzt zu einem beliebten Freizeitvergnügen entwickelt.

Nach dem Enthüllungsbericht setzte die Polizei dem bunten Treiben aber ein Ende und nahm fünf Organisatoren in Gewahrsam, wie die Nachrichtenagentur Xinhua berichtete. «Obszöne Auftritte bei Beerdigungen» wurden untersagt. Künftig muss zwölf Stunden nach einem Sterbefall ein genauer Plan für die Trauerfeier vorgelegt werden.

Die Tänzerinnen stammten aus der Gegend und verdienten pro Auftritt 200 Yuan (30 Franken), berichtete der Chef einer Tanztruppe. Jetzt verspricht eine Telefon-Hotline 300 Yuan (45 Franken) Belohnung für all jene, die unzüchtige Aktivitäten bei Trauerfeiern anzeigen.

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