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Stripperin besteigt den dänischen Thron

Ein unbekanntes Nacktmodell schlich sich nächtens nackt ins Schloss von Dänemarks Königin Margrethe. Jetzt landeten die Bilder in einem Boulevardmagazin. Dänemark reagiert gelassen.

Das splitternackte Modell hatte Zugang zu jedem Raum. Auf dem königlichen Mobiliar, auf dem langen Tisch im Staatsratssaal, über der Balustrade, vor der Wandtapete des Malers Bjørn Nørgaard, überall wurde die Nackte festgehalten. Doch nicht mit einer Überwachungskamera, sondern mit gepflegter Fotografie wurde die Aktion aufs Bild gebannt.

Die Frau, deren Identität der Öffentlichkeit immer noch nicht bekannt ist, behauptet, die Bilder mit einer Selbstauslöserkamera geschossen zu haben. Polizeiliche Ermittlungen ergeben aber eine andere Version. Ein Wachmann könnte bei der Aktion geholfen haben – der gleiche, der ihr auch den Zutritt zum Schloss Christiansborg verschaffte.

Den Mann soll das Nacktmodell in der Bar kennen gelernt haben, in der sie als Stripperin arbeitet, schreibt das Boulevard-Blatt «Se og Hør», in dem die Bilder erschienen sind. Als die Frau erfuhr, wo der Mann arbeitete, sei ihr die Idee gekommen, ihre Stripshow in den königlichen Gemächern abzuziehen.

Die Polizei glaubt zu wissen, wer die mysteriöse Dame ist, doch beim Verhör leugnete die Verdächtige, die Nackte auf den Bildern zu sein. Sollte sie aufgrund des hautnahen Beweismaterials überführt werden, drohen ihr wegen «ungebührlichen Eindrigens» in den Königspalast bis zu sechs Monate Gefängnis.

Kein Skandal

Viele dänische Medien ignorierten die Episode zunächst, andere stellten die Frage nach der Sicherheit im königlichen Schloss. Schlossverwalter Jens Greve reagierte «überrascht», doch grosse Sorgen machte er sich nicht: «Die Königin war ja nicht hier, sonst wären die Sicherheitsvorkehrungen ganz anders gewesen», erklärte er locker.

Auch die Polizei nahm den Vorfall gelassen: «Was solls», kommentierte der Ermittler Dan Sørensen, «sie hat ja niemanden erschlagen.» Und Königin Margrethe? Bei ihr löste die Aktion ein Achselzucken aus: «Manche meinen eben, es sei interessant, wenn sie etwas tun, das noch niemand getan hat», sagte sie und beendete somit jede Debatte.

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