Home-Office - Strom sparen trotz Videomeetings
Publiziert

Home-OfficeStrom sparen trotz Videomeetings

Wegen Homeoffice hat der Energieverbrauch zuhause zugenommen – auch wegen stromintensiven Videokonferenzen. Mit ein paar Tricks lässt sich der Verbrauch aber reduzieren.

von
Jan Graber
Videokonferenzen gehören zum Homeoffice-Alltag, verbrauchen aber auch viel Strom.

Videokonferenzen gehören zum Homeoffice-Alltag, verbrauchen aber auch viel Strom.

20min/Michael Scherrer

Darum gehts

  • Wegen Homeoffice ist der Stromverbrauch gesamthaft gesunken.

  • Zuhause hat der Stromverbrauch aber zugenommen.

  • Mit ein paar Tricks lassen sich Strom und Kosten sparen.

Die Zahlen sind eindrücklich: In der Stadt Zürich ist der Stromverbrauch 2020 im Vergleich zu 2019 um vier Prozent gesunken. Der Grund: Homeoffice, geschlossene Firmen und viele Pendlerzüge auf dem Abstellgleis. Vor allem der Frühlingslockdown hatte laut Elektrizitätswerk der Stadt Zürich (EWZ) wegen geschlossenen Läden, Restaurants und Schulen den Stromverbrauch massiv sinken lassen.

Mehr Strom floss hingegen aus den Steckdosen zuhause. Der Grund auch hier: Homeoffice. Aber nicht nur. Wegen den fehlenden Möglichkeiten, sich in Restaurants, an Partys und Konzerten zu vergnügen, standen Netflix und andere Videostream-Plattform hoch in Gunst. Auch wurde zuhause mehr gekocht, die Waschmaschine lief öfter, das Licht brannte länger. Laut ewz hat der Stromverbrauch der Haushalte in Zürich um etwa sechs Prozent zugenommen. Zu Spitzenzeiten im Frühjahr 2020 waren es sogar bis zu zwölf Prozent. Laut einem Bericht des Schweizer Fernsehens ging der Strombedarf in den Unternehmen in der Stadt Zürich derweil um sechs Prozent und im Kanton um sieben Prozent zurück. Ähnliche Zahlen wurden aus der ganzen Schweiz gemeldet.

Vier Stunden Zoom für einen Franken

Mehr Stromverbrauch zuhause, heisst höhere Stromkosten. Ein hungriger Stromfresser ist die Digitaltechnologie. Das Elektrizitätswerk der Stadt Zürich hat berechnet, dass eine einstündige Videokonferenz mit vier Teilnehmenden auf einen Stromverbrauch von rund 0,6kWh kommt. Eine Kilowattstunde kostet je nach Region bis zu 40 Rappen. Nach etwas über vier Stunden Zoomen, ist der Franken also weg. Die deutsche Computerzeitschrift c’t hat auch berechnet, dass eine Stunde Netflixen auf einem 100-Watt-Fernseher etwa 0,115 Kilowattstunden Strom frisst. Hier ist der Stromfranken also nach 21 Stunden weg.

Zwar werden PCs, Tablets und Co. immer stromeffizienter. Doch ihre Anzahl wächst, wir benutzen sie immer öfter und länger. Entsprechend wachsen die Stromkosten. Einige Tricks helfen jedoch beim Stromsparen.

Stromspartipps fürs Home-Office

  • Bei Videokonferenzen die Kamera ausschalten: Wer jemals während eines Videomeetings seinen Laptop arbeiten gehört und gesehen hat, wie schnell die Batterie zur Neige geht, erkennt, dass hier eine Menge Strom fliesst. Ohne eingeschaltetes Video braucht der Computer weniger Puste.

  • Jedes Programm, das läuft, und sei es nur im Hintergrund, frisst Strom. Deshalb: Unbenutzte Programme schliessen. Dies kann auch die Internetverbindung beschleunigen.

  • Den Wi-Fi-Router in der Nacht ausschalten – so macht nebenbei auch gleich die Funkstrahlung ein Nickerchen. Manche Router lassen sich so einrichten, dass sie zur Schlafenszeit automatisch runterfahren.

  • Noch besser: Alle Arbeitsgeräte an dieselbe Stromschiene hängen und sie am Abend ausschalten oder ausstecken. So wird auch kein Standby-Strom verbraucht und die Versuchung nimmt ab, trotzdem noch schnell auf den Bildschirm zu schauen.

  • Gemeinsam Netflixen: Separate Videostreams verbrauchen die doppelte Datenmenge – und hier geht es um eine Menge Gigabytes, die fliessen. Wer gemeinsam schaut, hat danach auch etwas zu plaudern.

  • Effiziente Geräte einsetzen: Bildschirme, die das Energielabel A tragen, verbrauchen am wenigsten Strom. Beim Einkauf also das Label studieren.

Deine Meinung

44 Kommentare