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SyrienStromleitung flicken im Krieg

«Man stirbt in Syrien nicht unbedingt am Krieg.» Ein Video aus der syrischen Provinz Hama unterstreicht die Aussage des IKRK-Präsidenten Peter Maurer.

von
gux

Er hat weder Gerät noch Schutzkleidung und nimmt auch das Risiko eines Absturzes oder eines Stromschlags auf sich: Ein Video aus der syrischen Provinz Hama im Westen Syriens zeigt einen Mann, der einen Strommast hinaufklettert und sich einer Freileitung entlanghangelt, um sich eines gerissenen Kabels anzunehmen.

Seit Ausbruch des Bürgerkrieges vor fünf Jahren ist die Stromversorgung in Syrien ein riesiges Problem. Erst im März war das gesamte Land von einem Stromausfall betroffen.

In einer Studie hatten chinesische und amerikanische Wissenschaftler mithilfe von Satellitenbildern im März 2015 nachgewiesen, dass die Zahl der aus dem Weltall sichtbaren Lichter in Syrien zwischen 2011 und 2014 gesunken war – um 83 Prozent. «Die schwindende Zahl der Lichter bei Nacht korreliert mit der steigenden Zahl von Flüchtlingen. Elf Millionen Menschen sind aus ihren Häusern vertrieben worden», sagte der Chef der Forschungsgruppe damals.

Die Stromausfälle belasten den Alltag im Krieg zusätzlich. Oder wie Peter Maurer, Chef des Internationalen Roten Kreuzes, in einem Interview diesen März sagte: «Man stirbt in Syrien nicht unbedingt am Krieg.» Für uns kaum vorstellbar, dass Millionen Menschen in weiten Teilen des Landes seit Jahren ohne Elektrizität, Wasser, sanitäre Anlagen, Medizin oder Nahrung ihr Leben bestreiten müssen.

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