Energie: «Stromsparen heisst dunkle Strassen, um es Verbrechern leichter zu machen»

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Energie«Stromsparen heisst dunkle Strassen, um es Verbrechern leichter zu machen»

Die Sparkampagne hat noch nicht viel gebracht, jetzt wollen Politiker härter durchgreifen. Dieser Plan kommt nicht bei allen gut an – die 20-Minuten-Community ist sich uneinig.

von
Deborah Gonzalez
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Die Stromkampagne hat noch nicht angeschlagen. Jetzt soll angefangen werden, gespart zu werden. Wird der Anfang die Strassen treffen? Wird es dort künftig dunkler? Leser Cybi findet das schlimm: «So machen wir es den Verbrechern leichter.» 

Die Stromkampagne hat noch nicht angeschlagen. Jetzt soll angefangen werden, gespart zu werden. Wird der Anfang die Strassen treffen? Wird es dort künftig dunkler? Leser Cybi findet das schlimm: «So machen wir es den Verbrechern leichter.» 

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Das Bild von einem beleuchteten Zürich könnte künftig der Vergangenheit angehören.

Das Bild von einem beleuchteten Zürich könnte künftig der Vergangenheit angehören.

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Die 20-Minuten-Community ist sich uneinig, was sie von der Sparkampagnen-Idee hält.

Die 20-Minuten-Community ist sich uneinig, was sie von der Sparkampagnen-Idee hält.

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Darum gehts

Seit Wochen wird über Strom und darüber, wie man bei ebendiesem am besten spart, diskutiert. Gebracht hat es nicht allzu viel, denn auch im September ist der Stromverbrauch weitergestiegen. Die Frage, ob es nun verbindliche Stromspar-Regeln braucht, teilt die Bevölkerung. Eine Umfrage von Tamedia und 20 Minuten von Ende September zeigt: 50 Prozent sind dafür, dass der Bundesrat Sparmassnahmen für obligatorisch erklärt, bevor ein Mangel eingetreten ist. Bevor das worst-case-Szenario eintrifft, wollen Politiker*innen jetzt Massnahmen wie Lichterlöschen oder Steuerung über den Preis.

Auch die 20-Minuten-Community hat keine klare Meinung. Während einige schreiben, dass sie beispielsweise auf ihre Weihnachtsdekoration verzichten würden, finden andere, dass die Politik schuld sei und es selbst ausbügeln sollte.

«Nach nur einem Monat sieht man keinen Effekt»

Cybi etwa hat wenig Verständnis: «Die meisten vom Bund geforderten Massnahmen setze ich schon seit Jahren um. Und jetzt soll ich auch noch mit höheren Strompreisen bestraft werden?» Und: «Nach einem Monat sieht man effektiv noch keinen Effekt, dazu benötigt es doch eine längere Zeit.» Dass man die Strassenbeleuchtung abschaltet, finde er keine gute Lösung, denn dann würden «Diebe und andere Verbrecher profitieren, weil sie es leichter haben».

Sinos wünscht sich mehr Klarheit: «Sagt doch, wann die Last im Stromnetz am grössten ist, damit man das berücksichtigen kann! Viele Haushaltgeräte besitzen heute eine Timerfunktion, mit dem sich der Start beliebig auf früher oder später verschieben lässt.»

«Die Politik hat Fehler gemacht!»

Ähnlich wie Cybi geht es Mad_Mike, der, wie er selbst sagt, schon seit Jahren sehr bewusst Energie verbraucht. Seine Tipps: «Adäquates Lüften, Licht ausmachen, wenn man ein Zimmer verlässt, abends lieber einen gemütlichen Trainer oder Homedress anziehen, statt die Heizung aufzudrehen.» 

Auch Fluffy1986 appelliert an das Gewissen aller: «Es ist Winter, da braucht man nicht mit Shorts und Shirts rumrennen, auch nicht zuhause. Kuscheliger Pullover oder Decke und ist doch super. Das Thema betrifft uns alle und umso besser wir sparen, desto schneller ist es vorbei und desto weniger hart wird es.» Sie fordert: «Springt doch einfach mal über euren Schatten!»

Das sieht Dr.Hawkins anders: «Ich sage nur so viel, frieren tue ich garantiert nicht wegen der fehlgeleiteten Politik unseres Bundesrats!» Leser Kusi0467 sieht es ähnlich: «Wenn ich in meinem Job einen Fehler mache, muss ich gerade stehen. Machen die Politiker Fehler, machen sie Druck auf die Bevölkerung! Seit Jahren ist klar, dass die Versorgung mit Strom knapp wird und jetzt müssen wir dafür bezahlen …»

«Eine App, die sagt, wieviel Strom verfügbar ist»

Simonclaflin hat eine klare Meinung: «In dieser Ego-Gesellschafft spart doch keiner an sich, da muss der Strom zwangsgedrosselt werden, sonst passiert gar nichts!» Klaus Trophobie hingegen sieht Sparpotenzial: «Schaufenster müssen in der Nacht nicht beleuchtet sein. In Dörfern kann man bestimmt ab 00.00 Uhr oder 01.00 Uhr die Strassenleuchten abschalten. Leuchtreklame braucht auch niemand. Warum tun wir uns hier so schwer?» Seepferdchen hat eine Idee, wie man das Problem angehen könnte: «Es müsste eine App geben, woraus in Echtzeit ersichtlich ist, wieviel Strom verfügbar ist.» 

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