Aktualisiert 27.06.2011 09:41

Energiestrategie

Stromversorger sind zu wenig nachhaltig

Die Schweiz will aus der Atomkraft aussteigen und setzt daher auf nachhaltige Stromversorgung. Die Mehrheit der Elektrizitätswerke sind auf einen Atomausstieg aber schlecht vorbereitet.

Nicht alle Elektrizitätswerke bieten bereits genügend nachhaltige Energien wie Photovoltaik oder Solaranlagen an.

Nicht alle Elektrizitätswerke bieten bereits genügend nachhaltige Energien wie Photovoltaik oder Solaranlagen an.

Die Mehrheit der Elektrizitätswerke ist erst ungenügend auf die Herausforderungen einer erneuerbaren und naturverträglichen Energieversorgung ausgerichtet. Ihr Geschäftsmodell beruht immer noch vorwiegend auf Atom- und Kohlestrom. Zu diesem Schluss kommen WWF Schweiz und Pro Natura.

Die Schweiz steigt aus der Atomkraft aus und setzt auf eine nachhaltige Stromversorgung. Die Elektrizitätswerke spielen dabei eine Schlüsselrolle. Mit einem umfassenden Rating wollten die beiden Umweltorganisationen herausfinden, wie nachhaltig die zwölf grössten Stromversorger arbeiten. Die Ergebnisse wurden am Montag veröffentlicht.

Genf auf erstem Platz

In der Gesamtbewertung mit 78 von 100 Punkten am besten abgeschnitten haben die Industriellen Betriebe Genfs . Es folgen die Zürcher EWZ und die IWB Industriellen Werke Basel mit je 72 Punkten.

Die weiteren Platzierungen: Die Zürcher EKZ und und die Berner EWB (je 58 Punkte), BKW FMB Energie AG (55), Groupe E (49), die Baselbieter EBM (48), die CKW Centralschweizerische Kraftwerke AG (47), Romande Energie (46), die Bündner Repower (45) und die Aargauer AEW Energie AG (43 Punkte).

Auch Gewässerschutz bewertet

Nach einzelnen Kritieren aufgeschlüsselt ergibt sich ein differenzierteres Bild. So liefern die Industriellen Werke Basel schon heute zu 100 Prozent Strom aus erneuerbaren Quellen, die Genfer SIG und die Zürcher EWZ zu über 70 Prozent. Weniger als einen Viertel macht dieser Anteil bei den CKW, bei Romande Energie, der EBM, bei AEW Energie und bei Repower aus.

Grosse Unterschiede zeigen sich auch bei den Stromspar-Dienstleistungen. Die EWZ engagieren sich hier am stärksten, Repower am wenigsten.

Gewässerschutz unterschiedlich gewichtet

Das Rating zeigt auch auf, welche Stromversorger den Gewässerschutz ernst nehmen. Diese zertifizieren überdurchschnittlich viele Wasserkraftwerke nach ökologischen Kriterien, revitalisieren Gewässer und geben dem Gewässerschutz in internen Richtlinien das nötige Gewicht. Neben SIG und EWZ gehören da auch die CKW zur Spitze, Groupe E, Romande Energie sind die Schlusslichter.

Gerade umgekehrt ist das Bild beim Engagement für den Ökostrom, wo Romande Energie mit SIG top ist. Letztere liefern ihren Kunden schon als Standardprodukt zertifizierten Strom. Am wenigsten unternehmen CKW und AEW, um zertifizierten Ökostrom zu vermarkten.

Das Fazit der Umweltorganisationen: Nur ein kleiner Teil der Stromversorger ist auf eine nachhaltige Energieversorung ausgerichtet und damit auf die Zukunft vorbereitet. Verfasserin der Studie ist die Nachhaltigkeitsrating-Agentur Inrate. (sda)

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