Forschungsexpedition: Student (25) verbrachte sechs Wochen in der Arktis
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ForschungsexpeditionStudent (25) verbrachte sechs Wochen in der Arktis

Der St. Galler ETH-Student Mauro Hermann verbrachte im Zuge einer Forschungsreise sechs Wochen in der Arktis. Nun ist für ihn umso mehr klar: «Wir müssen dem Klimawandel die Stirn bieten.»

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del

Sechs Wochen verbrachte Mauro Herrmann mit einem Forschungsteam in der Arktis.

«Ich hätte überhaupt nicht damit gerechnet und war total überrascht und glücklich, dass es geklappt hat», erzählt der 25-Jährige. Sechs Wochen durfte Mauro Hermann aus St. Gallen auf dem russischen Forschungsschiff «Akademik Fedorov» verbringen. Er konnte sich unter 250 Bewerbern beweisen und durfte mit 19 weiteren Studierenden bei der Forschungsexpedition der Mosaic School mitwirken. Ziel der Expedition ist es, die Arktis als Epizentrum der globalen Erwärmung so genau wie möglich zu betrachten und grundlegende Erkenntnisse zu gewinnen, die für ein besseres Verständnis des globalen Klimawandels von entscheidender Bedeutung sind.

Im September begann die Reise in die Kälte. Insgesamt befanden sich auf dem Schiff 120 Teilnehmer, darunter Journalisten, Forscher, Lehrende und Lernende sowie 80 Crew-Mitglieder.

Abwechslungsreiches Programm

Langweilig sei es nie geworden. Neben Sport wie beispielsweise Crossfit, Yoga oder Fechten hätten sie vor allem viel gelernt: «Wir hatten zwei bis drei Vorlesungen pro Tag. Zudem konnten wir viel über den Klimawandel mit Forschern oder anderen Lernenden diskutieren», berichtet der ETH-Student.

Zudem durften sie dabei helfen, das Netzwerk auszubauen. Dazu gehörte zum Beispiel das Aufbauen von Forschungsgeräten. Dabei gab es strikte Regeln, wann man aufs Eis gehen durfte. «Wir wurden sehr gut integriert und fair zu den verschiedenen Aufgaben zugeteilt, sodass jeder alles machen konnte», schildert der St. Galler.

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Der 25-jährige Mauro Hermann verbrachte sechs Wochen auf dem Begleitschiff des Hauptschiffs «Polarstern».

Der 25-jährige Mauro Hermann verbrachte sechs Wochen auf dem Begleitschiff des Hauptschiffs «Polarstern».

Sam Cornish
Dort half er unter anderem bei Forschungsarbeiten.

Dort half er unter anderem bei Forschungsarbeiten.

Katie Gavenus
Einmal in der Woche konnte er via Mail Kontakt zu seiner Familie oder Freunden aufnehmen.

Einmal in der Woche konnte er via Mail Kontakt zu seiner Familie oder Freunden aufnehmen.

Mario Hoppmann

22 Tonnen Essen in fünfeinhalb Wochen

Viermal täglich wurden sie von einer russischen Crew verköstigt. Entsprechend gab es sehr viel Fleisch, Fisch und Kartoffeln. Insgesamt 22 Tonnen Essen wurde in fünfeinhalb Wochen konsumiert. Auch wenn es immer sehr fein gewesen sei, sei er froh, dass er nun wieder selber kochen und weniger Fleisch essen könne. «Einmal gab es zum Zvieri Fisch und Herdöpfel, das war schon sehr ungewohnt», erzählt Hermann.

Auch geschlafen haben sie auf dem Schiff: «Am Anfang war es etwas speziell, ich habe das Schwanken und die Geräusche vom Eis aber als angenehm empfunden.» Zudem hätten die Kälte und die vielen Eindrücke so müde gemacht, dass Schlafen kein Problem gewesen sei. Einige seien aber seekrank geworden.

Biolumineszierende Bakterien

Sein eindrücklichstes Erlebnis der Reise war, als eines Abends das Eis um das Schiff von biolumineszierenden Bakterien beleuchtet wurde. «Alles leuchtete, man hätte stundenlang zusehen können», erinnert sich Herrmann.

Durch die Reise sei ihm auch wieder bewusst geworden, was für eine grosse Herausforderung der Klimawandel ist: «Auch wenn diese Expedition nicht die Lösung zum Klimawandel hervorbringen wird, waren wir Teilnehmer uns einig: Wir müssen die globale Klimaerwärmung so stark wie möglich begrenzen – jetzt.»

MOSAiC School

Die Forschungsexpedition dauert bis im September 2020. Ziel der MOSAiC-Expedition ist es, die Arktis als Epizentrum der globalen Erwärmung so genau wie möglich zu betrachten und grundlegende Erkenntnisse zu gewinnen, die für ein besseres Verständnis des globalen Klimawandels von entscheidender Bedeutung sind. Hunderte von Forschern aus 20 Ländern beteiligen sich an diesem außergewöhnlichen Unterfangen.Die gesammelten Daten werden von Wissenschaftlern auf der ganzen Welt genutzt, um die Klimaforschung auf ein völlig neues Niveau zu heben.

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