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Good NewsStudent pimpt hunderte Laptops auf und schenkt sie Bedürftigen

Student Tobias Schär (26) verschenkt mit dem Verein «Wir lernen weiter» Laptops an bedürftige Personen. Über 1100 Geräte wurden schon verteilt.

von
Gianni Walther
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Mit seinem Verein «Wir lernen weiter» verschenkt Tobias Schär (26) ausgediente Laptops an Bedürftige.

Mit seinem Verein «Wir lernen weiter» verschenkt Tobias Schär (26) ausgediente Laptops an Bedürftige.

Dalia Bohn
Die ausgedienten Geräte erhält der Verein von Firmen und Privatpersonen. Sie werden neu aufgesetzt und danach weitergegeben.

Die ausgedienten Geräte erhält der Verein von Firmen und Privatpersonen. Sie werden neu aufgesetzt und danach weitergegeben.

Dalia Bohn
Das Projekt gestartet hatte Schär am 1. April 2020 – mitten während des Lockdowns. Bereits im November wurde der tausendste Laptop abgegeben. Inzwischen wurden nun schon über 1100 Laptops verschenkt.

Das Projekt gestartet hatte Schär am 1. April 2020 – mitten während des Lockdowns. Bereits im November wurde der tausendste Laptop abgegeben. Inzwischen wurden nun schon über 1100 Laptops verschenkt.

Dalia Bohn

Darum gehts

  • HSLU-Student und Unternehmensberater Töbias Schär verschenkt mit seinem Verein «Wir lernen weiter» Laptops an bedürftige Personen.

  • Über 1100 Geräte wurden schon verschenkt.

  • Die Geräte erhält der Verein von Firmen und Privaten, die sie nicht mehr benötigen.

«Wir sind uns gar nicht bewusst, wie abhängig wir von Geräten wie Laptops sind», sagt Tobias Schär. Mitten während des Lockdowns hat deshalb der Student der Hochschule Luzern (HSLU) begonnen, alte Laptops zu sammeln. Die Idee: Geräte, die nicht mehr in Gebrauch sind, werden neu aufgesetzt und an Personen abgegeben, die sich selbst keinen Laptop leisten können. Die Zielgruppen sind dabei Sozialhilfebeziehende, Personen in Migrationsprozessen oder sogenannte Working Poor. Dabei handelt es sich um Personen, die trotz Einkommen unter der Armutsgrenze leben.

Neun Freiwillige engagieren sich

«Ich dachte mir, dass wahrscheinlich viele Personen keinen Laptop zur Verfügung haben», so Schär. Ein Umstand, der wohl vielen Personen gerade während der Corona-Pandemie Schwierigkeiten bereiten dürfte – etwa wenn es um Bewerbungsschreiben geht oder auch für den Einsatz in der Schule.

Schär gründete den Verein «Wir lernen weiter». Knapp neun Monate nach dem Start engagiert sich nun ein Team von neun freiwilligen Helfern im Verein. Das braucht einiges an Zeit: Rund 25 Stunden pro Woche investiert Schär in das Projekt, das Pensum bei seinem Job hat der Unternehmensberater deshalb um zehn Stellenprozente gesenkt. Das Engagement von Schär und seinen Helfern zahlt sich aus: «Inzwischen haben wir schon über 1100 Laptops verteilt», sagt der 26-Jährige.

Thema soll auf das politische Parkett

«Wir bieten mittlerweile einen Service Public», heisst es auf der Webseite zum Projekt. Inzwischen hat der Verein schon über 150 Partnergemeinden für eine Zusammenarbeit gewinnen können. Dank einer solchen Partnerschaft können sich Bedürftige beispielsweise direkt an die Gemeinde wenden. Diese prüft den Antrag für einen Laptop nach ihren Richtlinien und leitet gegebenenfalls die Anfrage an den Verein weiter. Dieser schickt das Gerät direkt an die Hilfesuchenden und verrechnet der Gemeinde einen Unkostenbeitrag von 150 Franken. Ein System, das sich laut Schär für die Gemeinden auszahlt: «Wenn jemand dank eines Laptops schneller eine Stelle findet, sinken die Kosten für die finanzielle Unterstützung», sagt er.

Der Verein soll laut Schär in Zukunft weiter wachsen. «Die Anfragen steigen. Wir wollen deshalb möglichst viele Geräte gleichzeitig neu aufsetzen können», sagt er. Auch grosse Unternehmen sollen vermehrt angesprochen werden, damit diese ihre alten Geräte abgeben: «Viele Unternehmen sind sich gar nicht bewusst, dass sie mit einer solchen Tat unglaublich viel auslösen können.» Und: «Im Idealfall würde das Thema auf politischer Ebene aufgegriffen.» Die Digitalisierung habe nicht nur Gewinner, sondern auch Verlierer, die Unterstützung brauchen. «Wenn wir innerhalb so kurzer Zeit mit dem Verein so viele Geräte abgeben konnten: Was wäre wohl alles möglich, wenn Behörden ein solches Angebot hätten?»

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Hier findest du Hilfe:

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Dureschnufe.ch, Plattform für psychische Gesundheit rund um Corona

Branchenhilfe.ch, Ratgeber für betroffene Wirtschaftszweige

Pro Juventute, Tel. 147

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