Aktualisiert 11.05.2017 20:47

Macrons KandidatenlisteStudenten, Arbeitslose, Reporter – aber kein Valls

Auf Emmanuel Macrons Kandidatenliste stehen etliche Polit-Novizen. Ob der Schachzug bei der Wahl aufgeht?

von
woz
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Will Angela Merkel besuchen: Die zu einer Raute gefalteten Hände des neuen französischen Präsidenten Emmanuel Macron. (16. März 2017)

Will Angela Merkel besuchen: Die zu einer Raute gefalteten Hände des neuen französischen Präsidenten Emmanuel Macron. (16. März 2017)

Keystone/Oliver Weiken/EPA
Der Neue und der Alte: Emmanuel Macron (l.) und Francois Hollande gedenken am Arc de Triomphe der im zweiten Weltkrieg gefallenen Soldaten. (8. Mai 2017)

Der Neue und der Alte: Emmanuel Macron (l.) und Francois Hollande gedenken am Arc de Triomphe der im zweiten Weltkrieg gefallenen Soldaten. (8. Mai 2017)

Keystone/Stepahne de Sakutin/AP
Emmanuel Macron und seine Frau Brigitte verlassen nach seiner Ansprache das Louvre-Museum. (7. Mai 2017)

Emmanuel Macron und seine Frau Brigitte verlassen nach seiner Ansprache das Louvre-Museum. (7. Mai 2017)

Keystone/Philippe Lopez

Die Partei des designierten französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron hat ihre Kandidaten für die Parlamentswahl im kommenden Monat bekannt gegeben. Auf der vielseitigen Liste stehen 428 Namen – aber nicht derjenige von Ex-Regierungschef Manuel Valls, der auf eine Kandidatur für La République en Marche (Die Republik in Bewegung) gesetzt hatte.

Die meisten der Kandidaten haben bislang noch nie ein gewähltes Amt innegehabt. Unter ihnen sind etliche politische Neulinge, darunter mit Jean-Michel Fauvergue der Anführer einer Elite-Einheit der Polizei, die eine Zelle der Terrormiliz Islamischer Staat zu Fall gebracht hat, und mit Claire Tassadit Houd eine, die ihre Schwester bei den Pariser Terroranschlägen im November 2015 verloren hat. Neben einem Computer-Experten, der mit 16 Jahren zu arbeiten begonnen hat, sind auch ein paar Arbeitslose, Studenten und ein Journalist auf der Liste zu finden, der über Konflikte in Afrika berichtet hat. Die Hälfte der Bewerber sind Frauen.

46 Jahre im Durchschnitt

Parteigeneralsekretär Richard Ferrand sagte, dass 95 Prozent der Kandidaten nicht zu den Mitgliedern der scheidenden Nationalversammlung zählten. Das Durchschnittsalter betrage 46 Jahre – im Vergleich zu den 60 Jahren, die ein Abgeordneter des bisherigen Unterhauses alt sei.

Bei der Wahl im Juni werden alle 577 Unterhaussitze neu vergeben. 148 weitere Kandidaten von Macrons Partei sollen in der kommenden Woche genannt werden, während La République en Marche in einem Wahlbezirk keinen Kandidaten aufstellt – dem von Ex-Premier Valls.

Der hatte vor wenigen Tagen gesagt, er wolle die Sozialistische Partei verlassen und sich stattdessen Macrons Bewegung anschliessen. Er erhielt jedoch eine Absage. Der frühere Premier habe bereits drei Amtsperioden im Parlament gesessen, was ein Kriterium der Partei sei, um potenzielle Kandidaten auszuschliessen, sagte Ferrand. Er fügte jedoch hinzu, dass seine Partei keinen Kandidaten für Valls' Wahlbezirk Évry präsentieren werde, der gegen den früheren Premierminister antreten würde. La République en Marche setzt darauf, frische Gesichter und neue Ideen in die Politik einzubringen.

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