Warner Bros: Studenten auf Piratenjagd
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Warner BrosStudenten auf Piratenjagd

Im Kampf gegen illegales Filesharing setzt Warner Bros auf die Mitarbeit von Studenten. Ihr Auftrag: Illegale Downloadforen aufspüren, überwachen und Infos sammeln.

von
mbu
In der Schweiz ist das reine Runterladen von urheberrechtlich geschütztem Material nach wie vor legal. Der Anbieter macht sich hingegen strafbar.

In der Schweiz ist das reine Runterladen von urheberrechtlich geschütztem Material nach wie vor legal. Der Anbieter macht sich hingegen strafbar.

Die Film-und Musikindustrie führt seit Jahren einen verbitterten Kampf gegen Filesharing-Portale. Gelingt es ihnen vor Gericht eine Schliessung zu erzwingen, weichen die Filesharer einfach mit einem Klick auf ein Alternativportal aus, von welchen es im Netz nur so wimmelt. Davon lassen sich Branchengrössen wie Warner Bros. Entertainment UK offenbar aber nicht entmutigen. Per Stellenausschreibung hat sich das Unternehmen auf die Suche nach Studenten gemacht, die für ein Praktikumsgehalt von umgerechnet 30 000 Franken im Jahr jagt auf Download-Piraten machen, schreibt das IT-Newsportal gulli.com. Sie sollen im Web nach urheberrechtlich geschützten Inhalten suchen und Informationen über deren Anbieter sammeln. Die Ergebnisse werden archiviert und könnten als Grundlage für rechtliche Schritte dienen.

Der oder die Auserwählten müssen unter anderem für ihren Job Zugang zu privaten BitTorrent-Seiten erlangen, illegale Kopien einkaufen und ein Programm entwickeln, dass nach Filesharing-Links sucht. Ausserdem sollen sie auch beim Aufziehen von Anti-Piraterie-Kampagnen beratend zur Seite stehen. Angesprochen sind kommunikative und Technik affine Studenten mit Programmierkenntnissen in Java, JSP und PHP. Der Arbeitsort ist London, das Praktikum beginnt im kommenden Juli.

Gratis-Songs für Android-Handys

Mit der Verbreitung von internetfähigen Smartphones wird die Datenpiraterie auch für die Mobilfunkbranche immer mehr zu einem Thema. So können Android-Kunden ihren Speicher mit Anwendungen wie i Music leicht und gratis mit den Songs ihrer Wahl füllen (20 Minuten Online berichtete). Rechtliche Schritte wurden dagegen hierzulande, wo der reine Download nicht illegal ist, noch nie unternommen. «Bislang ist in der Schweiz noch kein Handynutzer wegen Piraterie von uns verfolgt worden. Das mag auch damit zusammenhängen, dass der reine Download nicht kriminalisiert worden ist und Filesharing via BitTorrent auf Mobiltelefonen zwar möglich ist, aber noch ein Nischendasein fristet», sagte Wilfried Haferland von der Schweizer Landesgruppe der International Federation Of Producers Of Phonograms And Videograms (IFPI) zu 20 Minuten Online. Laut eigenen Angaben habe sich der Branchenumsatz in der Schweiz vor allem wegen Piraterie im Zeitraum 2001 bis 2008 mit zuletzt 163 Millionen Franken fast halbiert.

eBooks für null Franken

Aber auch für eBooks wie Amazons Kindle lassen sich in einschlägigen Foren tausende von digitalen Büchern finden, die den Downloader keinen Rappen kosten. Allein für Dan Browns aktuellen Bestseller «Das verlorene Symbol», der mit einer deutschsprachigen Startauflage von 1,2 Millionen gedruckt wurde, wurden in einem Kurztest von 20 Minuten Online in drei Foren etwa 40 aktive Links gefunden.

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