29.07.2020 11:16

Trotz CoronaStudenten balgen sich um Plätze in der Bibliothek

Wegen Prüfungen im August sind viele Studenten in der Lernphase. Vor der Zentralbibliothek in Zürich bilden sich morgens nun jeweils lange Warteschlangen.

von
Claudius Seemann
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Vor der Zentralbibliothek in Zürich bildet sich eine lange Schlange

Vor der Zentralbibliothek in Zürich bildet sich eine lange Schlange

Twitter/Marcel Bührig
Auf der Internetseite zeigt sich: Die Arbeitsplätze sind komplett ausgelastet.

Auf der Internetseite zeigt sich: Die Arbeitsplätze sind komplett ausgelastet.

Screenshot ZB
In der Bibliothek könne man sich besser konzentrieren als zu Hause, sagt ein Student zu 20 Minuten.

In der Bibliothek könne man sich besser konzentrieren als zu Hause, sagt ein Student zu 20 Minuten.

KEYSTONE

Darum gehts

  • Vor der Zentralbibliothek in Zürich bilden sich vor der Türöffnung lange Schlangen.
  • Viele Studenten haben im August Prüfungen und wollen sich dort darauf vorbereiten.
  • Die Kapazität der Arbeitsplätze ist wegen Corona aber begrenzt.

Der Sommer bedeutet für viele Studenten freilich nicht nur chillen und Ferien geniessen. Gerade für ETH-Studenten, die im August ihre Prüfungen schreiben, heisst es: büffeln, was das Zeug hält. Doch die Studis lernen häufig nicht etwa zu Hause, sondern in den Bibliotheken – Corona zum Trotz.

Wie ein Post auf Social Media zeigt, bildete sich am Mittwochmorgen vor der Zentralbibliothek eine lange Schlange von Studenten, die einen Arbeitsplatz im Innern des Gebäudes ergattern wollten. Die Angst, keinen Platz zu bekommen, ist offenkundig grösser als die Angst vor Corona: Zu Dutzenden stehen die Studenten eng beieinander vor der Bibliothek und warten auf Einlass.

Wegen der Corona-Pandemie wurde im Lesesaal der ZB die Anzahl Arbeitsplätze von rund 600 auf 380 beschränkt. Die Bibliothek schaltete auf ihrer Website eine Grafik auf, welche zeigt, wie stark diese Plätze ausgelastet sind. Es zeigt sich: Wer nach der Türöffnung um 8 Uhr in die ZB lernen gehen will, hat kaum noch Chancen, sich einen Platz zum Lernen zu suchen.

«Zu Hause ist es schwieriger, sich zu konzentrieren»

Gegenüber 20 Minuten sagen Studenten, dass es derzeit häufig lange Warteschlangen gebe, bis die Bibliothek öffne. So auch der 21-jährige Student Yannick: «Ich war schon ein bisschen überrascht, als ich ankam.» Er komme normalerweise nicht immer so früh. «Man muss einfach rechtzeitig und vor Türöffnung da sein. Dann hat man auch eine Chance für einen Platz.»

Aber warum spart man sich nicht einfach den Run auf die heissbegehrten Plätze in der Bibliothek und lernt einfach zu Hause? Es sei die Ablenkung zu Hause, sagt Yannick: «Zu Hause ist es schwieriger, sich zu konzentrieren, wenn zum Beispiel die Familie da ist.» In der Bibliothek sei es mit dem Arbeitsklima hingegen einfacher. «Alle machen das Gleiche: Sie lernen und sind im Arbeitsmodus.»

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38 Kommentare
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Tallero

30.07.2020, 18:08

Es braucht Plätze. Die Studierenden anzahl steigt, dies ist ja bewusst. Ich denke es braucht nicht mal eine grössere Bibliothek, es braucht mehr Lernplätze.

Maria

30.07.2020, 07:55

Nicht alle haben ein zu Hause, wo sie lernen können. Wir haben Studenten, die sich keine WG leisten können und zu Hause missbräuchliche Stimmung herrscht! Für solche brauchts doe Bibliothek.

Schade

29.07.2020, 12:52

Ein Artikel über Studenten? Jetzt regnet es wieder negative Kommentare von den Neidern.