Hochschule Luzern: Studenten brechen wegen Stress in Tränen aus
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Hochschule LuzernStudenten brechen wegen Stress in Tränen aus

Für Studenten ist derzeit Prüfungszeit. An der Hochschule Luzern sei der Druck besonders hoch und bringe die Studenten zur Verzweiflung.

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mik
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An der Hochschule Luzern Wirtschaft finden zurzeit die Semesterprüfungen statt.

An der Hochschule Luzern Wirtschaft finden zurzeit die Semesterprüfungen statt.

Archiv 20min
Die Studenten klagen über eine unzumutbare Prüfungssituation. (Symbolbild)

Die Studenten klagen über eine unzumutbare Prüfungssituation. (Symbolbild)

Uwe Anspach
Innert weniger Tage sollen sie zehn Prüfungen gehabt haben.

Innert weniger Tage sollen sie zehn Prüfungen gehabt haben.

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Die Prüfungszeit ist für viele Studenten die stressigste und psychisch schwierigste Zeit im Semester. An der Hochschule Luzern (HSLU) Wirtschaft klagen viele über eine unzumutbare Prüfungssituation, die zu psychischen Zusammenbrüchen geführt haben soll.

Die Bibliotheken an den Hochschulen und Universitäten sind bis zum letzten Platz belegt, Kaffee und Energy Drinks stehen neben Laptop und Büchern. Die Stimmung ist angespannt und es herrscht höchste Konzentration, denn für viele Studenten stehen die letzten Prüfungen an. So auch für die Studenten an der Hochschule Luzern Wirtschaft im dritten Semester.

Das bringt einige an ihre Leistungsgrenzen: «Wir hatten zehn Prüfungen innert weniger Tage. Ich kann nicht mehr», sagt eine Studentin* gegenüber 20 Minuten. Sie und ihre Mitstudenten sind verärgert über das Vorgehen der Hochschule. «Uns wurde kommuniziert, dass die Prüfungszeit vom 11. bis 25. Januar sein werde. Effektiv haben wir aber fast alle Prüfungen vom 11. bis 18. Januar gehabt», sagt eine andere Studentin*.

«Auf der Toilette haben viele geweint»

Diese Umstände sollen dazu geführt haben, dass viele Studenten dem psychischen Druck nicht mehr standhalten konnten. «Am Donnerstag hatten wir drei Prüfungen nacheinander. Einige sind gar nicht mehr erschienen, andere haben vor oder nach der Prüfung auf der Toilette geweint.»

Dass sie sich ungenügend auf die Prüfungen vorbereitet haben, glauben die beiden Studentinnen nicht. Sie hätten sich seit Beginn des Semesters auf die Prüfungen vorbereitet, hätten jedes Buch gelesen und den ganzen Stoff durchgearbeitet. Es könne also nicht nur an ihnen liegen, versichern die beiden jungen Frauen.

Das Ganze sei für sie so belastend, dass sie sich überlege, das Studium abzubrechen und an einer anderen Hochschule zu studieren, sagt eine der beiden Betroffenen. «Keiner meiner Freunde hat so viele Prüfungen innert so kurzer Zeit.» Auch ihre Mitstudentin sieht die Sache ähnlich: «Natürlich ist ein Studium kein Ponyhof, aber dass so viele meiner Mitstudenten psychisch nicht mehr stabil sind, kann auch nicht sein.»

Schlafstörungen und Ritalin

Einige Studenten greifen aus Verzweiflung zum verschreibungspflichtigen Medikament Ritalin. «Ich persönlich nehme das nicht, aber ich weiss, dass es einige tun», sagt die Wirtschaftsstudentin. «Ich habe wegen der Prüfungen sowieso schon Schlafstörungen. Manchmal bin ich um 3 Uhr nachts wach und fange an zu lernen.»

Ritalin wird von Studenten als leistungssteigerndes Mittel vor Prüfungen missbraucht, weil es zur Steigerung der Konzentration führen soll. Es kann das Sozialverhalten verändern, zu Appetitlosigkeit und Blutdruckveränderungen führen.

Von der HSLU gab es am Montag keine Stellungnahme. Die Hochschule will sich am Dienstag dazu äussern.

*Namen der Redaktion bekannt

(mik/20 Minuten)

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