Studenten-Community StudiVZ für 100 Millionen verkauft
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Studenten-Community StudiVZ für 100 Millionen verkauft

Die umstrittene Studentenplattform StudiVZ, bei der auch 10 000 Schweizer Studenten registriert sind ist für 100 Millionen verkauft worden. Die jungen Gründer der Plattform hatten zuvor mit Nazi-Allüren und virtueller sexueller Belästigung von sich reden gemacht.

Laut Informationen von «Spiegel Online» hat das grösste Studentennetzwerk Europas den Besitzer gewechselt. 100 Millionen bezahlte die Holtzbrinck-Gruppe für die Kopie der amerikanischen Plattform Facebook.com.

Die Plattform war vermehrt in die Schlagzeilen geraten, weil die Nutzerdaten alles andere als sicher waren. Zwischenzeitlich hatte sich eine Membergruppe von 700 Studenten gebildet, welche damit beschäftigt war die privaten Bilder von weiblichen Usern zu entwenden, für Miss-Contests zu verwenden und später die privaten Daten der Gewinnerinnen mitsamt Adresse ins Netz zu stellen. Als die virtuelle sexuelle Belästigung den Gründern und Besitzern der Plattform zu Ohren kam unterbanden sie die Aktivitäten des Herrenclubs nicht. Einer wollte sogar selber eine Einladung in die Gruppe erhalten.

Das 26-jährige Gründungsmitglied Ehssan Dariani lud mit einer Kopie des Nazi-Blattes «Völkischer Beobachter» zu seiner Geburtstagsparty ein und legte auch sonst ein auffälliges Verhalten an den Tag. Er platzierte kleine Voyeurfilmchen, welche er auf Damentoiletten aufgenommen hatte in seinem eigenen Account.

Blogger Don Alphonso deckte die Aktivitäten der Gründungsmitglieder sowie die Unzulänglichkeiten im Datenschutz der Plattform auf. Zwischenzeitlich musste StudiVZ im anfangs Dezember eine Woche lang für Reparaturarbeiten vom Netz genommen werden.

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