14.07.2020 16:09

Präsenz- statt Onlineunterricht

Studenten dürfen wieder in den Hörsaal – aber nur mit Maske

Die Mehrheit der Unis will im Herbstsemester die Hörsäle wieder mit Leben füllen. Dafür werden jedoch strikte Regeln für die Studierenden gelten.

von
Christian Holzer
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So wird das kommende Herbstsemester an der Uni Freiburg nicht aussehen.

So wird das kommende Herbstsemester an der Uni Freiburg nicht aussehen.

KEYSTONE
Der Präsenzunterricht wird möglicht vollständig wieder angeboten, jedoch soll nur jeder zweite Stuhl in Hörsälen besetzt werden.

Der Präsenzunterricht wird möglicht vollständig wieder angeboten, jedoch soll nur jeder zweite Stuhl in Hörsälen besetzt werden.

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Mit möglichst grossen Abständen soll das Covid-19-Ansteckungsrisiko minimiert werden.

Mit möglichst grossen Abständen soll das Covid-19-Ansteckungsrisiko minimiert werden.

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Darum gehts

  • Die Uni Freiburg hat verlauten lassen, dass Studenten im Herbstsemester Masken tragen müssen.
  • Nun zeigt sich, dass auch an anderen Unis Maskenpflicht gelten wird.
  • Dies, weil in vielen Hörsälen der Platz zu knapp ist, um die Abstandsregeln einzuhalten.
  • Eine Ausnahme ist die Uni Zürich.

Die Universität Freiburg hat am Dienstag als erste Uni der Schweiz eine Maskenpflicht für das Herbstsemester bekannt gegeben. «In den Hörsälen und den Seminarzimmern wird jeder zweite Sitz gesperrt sein», so Rektorin Astrid Epiney zu der Zeitung «Freiburger Nachrichten». Diese Massnahme allein reiche jedoch nicht überall, um den behördlich vorgegebenen Abstand einzuhalten: «Die Studierenden werden darum Gesichtsmasken tragen müssen.»

Personen mit Covid-19-Symptomen sowie Leuten, die mit Erkrankten im selben Haushalt leben, ist der Zutritt zum Campus verboten. Die Hochschule empfiehlt zudem «nachdrücklich» allen Mitgliedern der Universitätsgemeinschaft, die Corona-Warn-App des Bundes auf ihren Smartphones zu installieren.

«Kosten machen mir Sorgen»

Bei Studierenden löst die Ankündigung gemischte Gefühle aus, wie Medien-Studentin Michelle gegenüber 20 Minuten sagt. Auf der einen Seite sei sie froh, dass sie wieder an Vorlesungen teilnehmen könne: «Aber ständig eine Maske tragen zu müssen, wird doch sehr unangenehm sein. Auch die Kosten machen mir Sorgen.» Letztendlich werde es wohl darauf hinauslaufen, dass viele Studierende die Einwegmasken mehrmals benutzen würden.

Bern und St. Gallen ziehen nach

Nicht nur die Studenten in Freiburg werden nach dem Sommer mit einem Mundschutz im Hörsaal sitzen. Auch an der Uni Bern wird eine entsprechende Richtlinie gelten: «Beim Präsenzunterricht müssen Dozierende entweder den vorgeschriebenen Abstand oder das Tragen von Schutzmasken sicherstellen», sagt Sprecher Ivo Schmucki. Schon jetzt sei klar, dass der vorgeschriebene Abstand nur in Einzelfällen eingehalten werden könne – dies wegen der Platzverhältnisse in Hörräumen.

Die verschiedenen Institute der Uni Bern wurden jedoch ebenfalls angewiesen, «Alternativlösungen» bereitzuhalten, falls die Ansteckungszahlen wieder steigen oder Covid-19-Fälle an der Uni registriert werden. Schmucki: «Die Alternativlösungen müssen, so sie denn zur Anwendung kommen, eine rasche Rückkehr zum Onlineunterricht oder eine Reduktion der Zahl der Anwesenden im Hörsaal ermöglichen.»

Die HSG in St. Gallen will den Präsenzunterricht im Herbst wieder aufnehmen. «Damit die Hygiene- und Schutzmassnahmen eingehalten werden können, muss pro Hörsaal derzeit von höchstens der halben Kapazität ausgegangen werden», so Jürg Roggenbauch, Sprecher der Universität St. Gallen. Man sei bemüht, Präsenzveranstaltungen zusätzlich auch digital anbieten zu können. Sollten bei einem Präsenzkurs die Abstandsregelungen nicht eingehalten werden können, würde das Tragen einer Maske zur Pflicht. Roggenbauch: «Derzeit ist noch offen, ob für das Herbstsemester eine generelle Maskenpflicht auf dem Campus der Universität St. Gallen gelten wird.»

Nicht überall Maskenpflicht

Ganz anders klingt es bei der Uni Zürich: «Eine generelle Maskenpflicht für Studierende ist zum aktuellen Zeitpunkt nicht vorgesehen», so Sprecher Kurt Bodenmüller. Doch auch hier kommen Studierende womöglich nicht ganz um die Masken herum. Diese könnten nämlich Teil von spezifischen Schutzkonzepten sein: «Etwa in Laborkursen oder klinischen Kursen, in denen die behördlich vorgegebenen Distanzregelungen nicht eingehalten werden können.»

Noch unklar ist, ob auch die Universität Basel eine Maskenpflicht für die Studierenden herausgibt. Dort liegt der Ball beim Kanton. Er muss entscheiden, ob der Präsenzunterricht wieder stattfinden kann: «Es ist derzeit beim Gesundheitsdepartement Basel-Stadt in Abklärung, ob der Mindestabstand von 1,5 Meter unterschritten werden kann, sodass die Hörsäle mit jedem zweiten Platz besetzt werden können», heisst es bei der Uni auf Anfrage. Sollte dies geschehen, würde automatisch eine Maskenpflicht gelten.

Corona-Regeln an Uni

Die Dachorganisation Swissuniversities hat für das kommende Herbstsemester entsprechende Leitlinien für einen Covid-19-konformen Betrieb herausgegeben. Neben Abständen und Maskenobligatorium schlägt Swissuniversities auch gestaffelte Pausen für verschiedene Veranstaltungen vor. Angeregt werden auch Anwesenheitslisten für Anlässe und die Desinfizierung von Arbeitsplätzen. Auf diese Weise soll das Übertragungsrisiko für Covid-19 auf den Universitätsarealen minimiert werden.

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36 Kommentare
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Stephie

15.07.2020, 09:43

Wenn die Universitäten wieder aufgehen wird nicht der Unterricht, sondern die Pausen, Cafeterias und der ÖV-Ansturm das Hauptproblem sein. Alles geschlossene Räume in denen viel gesprochen wird. Der Bund sollte für das akademische Jahr 2020/21 Präsenzunterricht als optional erklären. Die online Lösung ist bestens etabliert und schützt alle Beteiligte sehr gut.

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15.07.2020, 08:10

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Irrsinnig

15.07.2020, 08:00

Online Unterricht funktioniert problemlos. Genau wegen so sinnlosen Sachen wie Präsenzunterricht werden wir den Quark nie mehr los. Der Bund muss einschreiten.