Stipendien-Initiative: Studenten fordern gleiches Geld für alle
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Stipendien-InitiativeStudenten fordern gleiches Geld für alle

10'000 Franken in Waadt, 5000 in Graubünden: Eine Studenten-Initiative will die Stipendiengelder gerechter verteilen.

von
mh
Stipendiaten bekommen von Kanton zu Kanton Stipendien in unterschiedlicher Höhe. Eine Initiative will das jetzt ändern.

Stipendiaten bekommen von Kanton zu Kanton Stipendien in unterschiedlicher Höhe. Eine Initiative will das jetzt ändern.

Stipendium ist nicht gleich Stipendium: Während Studierende im Kanton Waadt eine Förderung von durchschnittlich fast 10'000 Franken erhalten können, gibt es in Graubünden im Schnitt nur rund 5000 Franken.

Die grossen Unterschiede will eine Stipendien-Initiative jetzt auflösen: Der Verband der Schweizer Studierendenschaften (VSS) fordert, die Vergabekriterien und die Höhe der Stipendien in allen Kantonen so zu vereinheitlichen, dass ein minimaler Lebensstandard gewährleistet ist. So sollen 20 Prozent der Stipendiaten zwischen 10'000 und 12'000 Franken pro Jahr erhalten. Heute sind es nur etwa halb so viele. Auch die Unterstützung durch die Eltern würde bei der Stipendienvergabe weiterhin berücksichtigt.

Teure Vereinheitlichung

Bundesrat und Parlament lehnen die Zentralisierung der Stipendien beim Bund jedoch ab. Sie wollen, dass das Stipendienwesen Sache der Kantone bleibt. Diese würden die Bedürfnisse der Studierenden am besten kennen, argumentiert die Regierung. Unterschiedliche Lebenskosten und Leistungen wie beispielsweise Familienzulagen könnten besser berücksichtigt werden.

Die Gegner der Initiative warnen auch vor Mehrkosten, die auf rund 500 Millionen Franken geschätzt werden. Dieses Geld fehle dann anderswo. Und schliesslich könnten Gymnasiasten und Berufsschüler benachteiligt werden, die heute die Mehrheit der Bezügerinnen und Bezüger ausmachen.

49 Prozent für Volksbegehren

Trotz ihrer Kritik haben Bundesrat und Kantone allerdings erkannt, dass die aktuelle Situation problematisch ist. Schon 2007 hatten die Kantone daher die Arbeit an einem Konkordat aufgenommen, mit dem die Grundsätze der Vergabe und die Höhe der Stipendien teilweise vereinheitlicht werden sollten. Bis heute sind 17 Kantone beigetreten.

Für den VSS ist das Konkordat aber nicht mehr als ein erster Schritt. Deshalb will er ein Volksbegehren starten. Noch ist der Ausgang der Abstimmung ungewiss: Gemäss einer Umfrage des Forschungsinstituts gfs.bern im Auftrag der SRG hätten sich Ende April 49 Prozent der Befragten für die Forderung der Initiative ausgesprochen. 37 Prozent hätten die Initiative abgelehnt, 14 Prozent sind unentschieden. Die Forscher weisen in ihrem Bericht allerdings darauf hin, dass die Gegner von Initiativen in der Regel im Laufe des Abstimmungskampfs zulegen. (mh/sda)

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