Aktualisiert 26.02.2015 09:03

St. GallenStudenten helfen Oberstufen-Schülern

In Bern und Zürich helfen Studenten sozial benachteiligten Jugendlichen. Nun wird das Projekt Rock Your Life! auch in St. Gallen eingeführt.

von
jeh
Das Berner Mentoring-Projekt Rock Your Life ist in der Ostschweiz angekommen. HSG-Studenten wollen ab diesem Jahr benachteiligte Schüler bei der Stellensuche unterstützen. Leiterin in St. Gallen ist Aleksandra Radicevic (hintere Reihe 2. von Rechts)

Das Berner Mentoring-Projekt Rock Your Life ist in der Ostschweiz angekommen. HSG-Studenten wollen ab diesem Jahr benachteiligte Schüler bei der Stellensuche unterstützen. Leiterin in St. Gallen ist Aleksandra Radicevic (hintere Reihe 2. von Rechts)

Für Aleksandra Radicevic und die sieben weiteren Mitgliedern von Rock Your Life! St. Gallen gilt es ab nächster Woche ernst. Dann werden Studenten an der Universität St. Gallen, an der Fachhochschule und an der Pädagogischen Hochschule gesucht.

Das Ziel: Die Studenten werden zu Mentoren ausgebildet und helfen ehrenamtlich Jugendlichen in der ersten Oberstufe sowohl beim Berufswahlprozess als auch bei schulischen und persönlichen Belangen. Meist handelt es sich um Jugendliche, die auf Hilfe angewiesen sind oder diese wünschen. «Die individuelle Begleitung im Berufswahlprozess braucht sehr viel Zeit. Lehrer und Eltern stossen da an Grenzen», sagt Projektleiterin Aleksandra Radicevic.

Studenten mit gutem Draht zu Schüler

Diese Aufgaben übernehmen die Studenten, die die Schüler etwa alle zwei Wochen treffen und sie in unterschiedlichen Situationen begleiten. «Wenn sich ein Mentor mit einem Schüler das erste Mal zusammensetzt, dann geht es in erster Linie mal darum die Stärken und Schwächen des Schülers herauszufiltern», so Radicevic. Später wird den Oberstufenschülern dann mit Bewerbungen, Schnuppermöglichkeiten oder der Begeleitung zur Berufsberatung geholfen.

Sie ist überzeugt, dass diese Hilfe bei den Schülern sehr gut ankommen wird. «Die Mentoren werden meistens jünger sein als die Lehrer. Dementsprechend können sich die betroffenen Schüler besser mit ihnen identifizieren», sagt Radicevic.

Zusammenarbeit mit Unternehmungen

Die Initianten stellten ihr Projekt an verschiedenen Schulen in der Stadt St. Gallen vor. Das Feedback sei grossartig gewesen. «Wir waren überwältigt», sagt Radicevic. Die Schüler seien sehr interessiert gewesen. «Doch auch die Lehrer waren von der Idee angetan.» Anfang nächster Woche wird das Projekt dann an den St. Galler Hochschulen präsentiert.

Interessierte können sich dann für das Mentoring-Programm anmelden. Zusätzlich sollen Unternehmungen auf das Projekt aufmerksam gemacht werden, mit denen zusammengearbeitet wird. «So können wir den Schülern direkt Schnupperlehren oder Workshops in den Unternehmungen anbieten», sagt Radicevic.

Bern als Vorreiter

Obwohl die Mentoren kein Geld oder Credit-Points verdienen, sei die Aufgabe eine gute Sache, sagt Radicevic. St. Gallen ist nicht die erste Stadt in der Schweiz, in der Rock Your Life! eingeführt wird. In Bern gibt es das Programm schon seit einiger Zeit. Gestartet wurde im Herbst 2013 an drei Schulen. Inzwischen ist Rock Your Life! gewachsen. Rund 70 Schüler werden derzeit in den Regionen Bern und Zürich von Mentoren betreut.

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