Prüfungszeit: Studenten stehen Schlange um zu lernen
Aktualisiert

PrüfungszeitStudenten stehen Schlange um zu lernen

Weil viele Studenten zurzeit Semesterprüfungen ablegen müssen, suchen sie einen Platz zum Lernen. Der Ansturm in den Bibliotheken ist deshalb besonders gross.

von
blu

Hunderte Studenten strömen momentan zur Zürcher Zentralbibliothek (ZB), um einen der beliebten Lernplätze zu ergattern. Dazu sind viele auch bereit, frühmorgens aufzustehen: «Schon bevor die ZB öffnete, hat sich eine lange Warteschlange vor dem Haupteingang gebildet,» sagt Leser-Reporter Jonas W.*(21), der den Ansturm am Dienstagmorgen beobachtet hat.

«Ich kam mir dann schon etwas dumm vor, vor einer Bibliothek anstehen zu müssen», sagte der Student in Medien- und Kommunikationswissenschaften der Uni Zürich. Deshalb habe er gewartet, bis das Gröbste vorbei war. «Einen guten Platz bekam ich trotzdem noch.»

Platzangebot wird ausgebaut

ZB-Sprecherin Natascha Brandscheidt: «So sieht es jedes Jahr während der Prüfungszeit im Dezember und Januar aus.» Um dem Ansturm gerecht zu werden, habe man rund 60 zusätzliche Lernplätze installiert. «Um 8 Uhr sollte es noch für jeden einen guten Platz zum Lernen haben – wer aber nach 10 Uhr kommt, hats schwieriger, ein ruhiges Plätzchen zu finden», so Branscheidt.

«In dieser Zeit sind nahezu alle Plätze besetzt», sagt auch Katharina Bruns, Stellvertretende Leiterin der ZB-Benutzungsabteilung. Etwa 560 Plätze stellt die ZB zum Lernen zur Verfügung. In den Lesesälen der Spezialsammlungen sind es nochmals rund 150 Plätze. «Diese sind aber nicht zum Lernen gedacht, sondern für die Arbeit mit den historischen Sondermaterialien der ZB», so Bruns.

«First come, first served»

Bei grossem Andrang verweist die ZB auch auf Lernplätze in anderen Bibliotheken. Laut Bruns plant sie längerfristig unter anderem das Platzangebot zu verbessern. Ab 2014 werden beispielsweise auch im 1. Stock zusätzliche Arbeitsplätze bereitstehen, die ähnlich attraktiv wie diejenigen im Erdgeschoss sein sollen.

Auch vor der Bibliothek der Universität St.Gallen (HSG) ist der Andrang aktuell gross: «Zwischen 50 und 100 HSG-Studenten warten jeweils am Morgen vor der Unibibliothek, bis sie offen ist», schätzt Florian Hagmann (20), der sich im Assessment als angehender Student in Volkswirtschaftslehre (VWL) an der HSG befindet. «Ich bin zwar leicht genervt gewesen, stellte mich aber trotzdem hinten an.» Da gelte eben die Devise: «First come, first served».

*Name der Redaktion bekannt

Deine Meinung