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Studienaktie.orgStudenten verkaufen künftiges Salär

Um das Studium zu finanzieren, kann man sein künftiges Gehalt investieren. Das Projekt Studienaktie sorgt für Furore.

von
Hans Peter Arnold

Die 27-jährige Marina S. steht ein Jahr vor dem Diplom. Das Pensum für den Nebenerwerb muss sie stark reduzieren. Doch nun klafft eine Finanzierungslücke. Das Studium kostet samt bescheidenen Lebenshaltungskosten rund 25 000 Franken im Jahr; das Ersparte ist zum Grossteil aufgebraucht. Hier springt der Verein Studienaktie.org mit Geschäftsstelle in Winterthur ein. «Konkret vermitteln wir Menschen mit einem klaren Bildungsziel persönliche Partnerschaften zu privaten Darlehensgebern», meint Lars Stein, Gründer und Leiter von Studienaktie. «Damit schliessen wir eine Lücke im Bildungsfinanzierungsnetz.»

Die Investoren erhalten mit den ersten Lohn- oder Honorarzahlungen des künftigen Studienabgängers das Geld wieder zurück. Der nachträglich zu berappende Zins bemisst sich nach der Höhe des Einkommens – im Schnitt fünf Prozent pro Jahr. Bei einer Investition von 25 000 Franken sind somit nach drei Jahren 3750 Franken Zins fällig. «Wir prüfen selbstverständlich, ob Quellen wie Stipendien und Hilfen der Eltern ausgeschöpft sind», erklärt Stein.

Was 2006 als Start-up-Projekt begann, kommt jetzt richtig in Fahrt. Das Investitionsvolumen wächst um über 100 Prozent pro Jahr. «Im ersten Quartal 2010 verzeichneten wir sieben neue Investoren; in den ersten drei Monaten dieses Jahres sind es bereits 19 zusätzliche Kapitalgeber», freut sich Stein. Insgesamt förderte Studienaktie mit diesem Finanzierungsmodell bereits 90 Studentinnen und Studenten. Als Investoren sind sowohl Privatpersonen wie Unternehmen willkommen.

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