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Schwer allergischStudentin (29) verträgt lediglich 18 Lebensmittel

Hannah B. hat es nicht leicht. Denn sie ist auf vieles hochgradig allergisch – auf Tierhaare, Milben und auf nahezu alle pflanzlichen Lebensmittel.

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Mit einem Mango-Lassi fing alles an: Obwohl sie ihn regelmässig trank, reagierte die Studentin Hannah B. 2009 plötzlich allergisch darauf.

Mit einem Mango-Lassi fing alles an: Obwohl sie ihn regelmässig trank, reagierte die Studentin Hannah B. 2009 plötzlich allergisch darauf.

Flickr.com/Thomas Angermann/CC BY-SA 2.0
Die junge Frau wurde sofort ins Spital gebracht, wo ihr die behandelnden Ärzte nicht nur eine, sondern gleich eine Vielzahl Allergien diagnostizierten (Symbolbild).

Die junge Frau wurde sofort ins Spital gebracht, wo ihr die behandelnden Ärzte nicht nur eine, sondern gleich eine Vielzahl Allergien diagnostizierten (Symbolbild).

/BSIP/UIG
Seither muss die 29-Jährige Tierhaare, Milben, Kosmetik und so gut wie alle pflanzlichen Lebensmittel meiden.

Seither muss die 29-Jährige Tierhaare, Milben, Kosmetik und so gut wie alle pflanzlichen Lebensmittel meiden.

Wikimedia Commons/PD

Nichts deutete darauf hin, dass Hannah B.s* Leben einmal aus den Fugen geraten würde. Doch dann zog die Deutsche 2009 zwecks Studium vom Land in die Stadt – und fand sich kurz darauf in einem Albtraum wieder.

«Ich trank einen Mango-Lassi, wie schon oft zuvor. Plötzlich kribbelte es im Hals und am Gaumen. Mein Rachen schwoll innerhalb von Minuten zu, ich bekam keine Luft mehr. Ich hatte Todesangst», erinnert sie sich gegenüber Bild.de (kostenpflichtiger Artikel).

Probieren geht über Studieren

B. wurde sofort ins Spital gebracht, wo ihr die behandelnden Ärzte nicht nur eine, sondern gleich eine Vielzahl Allergien diagnostizierten. Seither muss sich die 29-Jährige gegen Tierhaare und Milben schützen sowie Kosmetik und so gut wie alle pflanzlichen Lebensmittel meiden.

Das wirkt sich auf B.s Menüplan aus: «Zurzeit ernähre ich mich von 18 Zutaten», so die Studentin. Dazu zählen Pasta, Randen, Eier, gekochte Zwetschgen, gerösteter Kaffee sowie Weissdorn-Tee. Die Auswahl ist das Ergebnis von Versuchen, wie B. sagt: «Ich experimentiere vorsichtig, was ich vertrage.»

Fehlschaltung des Immunsystems

«Bedrohliche Allergien gegen ein oder zwei Grundnahrungsmittel können vorkommen», zitiert «Bild» den Berliner Allergologen Jörg Kleine-Tebbe. Doch so schwer wie die Studentin treffe es nur wenige. «Das ist ein sehr aussergewöhnlicher Fall.»

Der Mediziner vermutet, dass die junge Frau am so genannten LTP-Nahrungsmittel-Syndrom leidet, bei dem das Immunsystem eigentlich harmlose Dinge genauso bekämpft wie schädliche Erreger. Im Fall B.s seien das wahrscheinlich LTP-Stressproteine, die in vielen Pflanzenteilen vorhanden sind.

Konsumiert die junge Frau diese aus Versehen, reagiert sie mit Hautausschlag, Niesattacken und Schwellungen im Hals-Nasen-Rachenraum. Im schlimmsten Fall droht ein anaphylaktischer Schock (siehe Box).

* Name der Redaktion bekannt

Anaphylaktischer Schock

Ein anaphylaktischer Schock ist eine Überempfindlichkeitsreaktion des Immunsystems auf eine bestimmte Substanz. Zu Beginn zeigen sich kurz dauernde Alarmsymptome wie Jucken, Brennen, sowie Hitzegefühl im Rachen. Fast gleichzeitig können heftige Schluck- und Atembeschwerden auftreten.

In der Folge tritt akut ein Kreislaufschock ein. Ein allergischer Schock ist lebensbedrohlich und kann ohne Behandlung innerhalb kurzer Zeit zum Herz-Kreislauf-Stillstand führen.

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