Superreich wider Willen - Studentin (29) will Millionenerbe verschenken
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Superreich wider WillenStudentin (29) will Millionenerbe verschenken

Die Wienerin Marlene Engelhorn soll sehr viel Geld erben. Dass sie als Superreiche aber Möglichkeiten hat, die ihren Mitbürgerinnen und Mitbürgern unerreichbar sind, will sie nicht akzeptieren.

Die Wienerin Marlene Engelhorn will ihr geerbtes Vermögen verschenken.

Die Wienerin Marlene Engelhorn will ihr geerbtes Vermögen verschenken.

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Darum gehts

  • Die Wienerin Marlene Engelhorn (29) wird von ihrer Grossmutter ein riesiges Vermögen erben.

  • Das Geld will sie aber nicht behalten.

  • 90 Prozent ihres Erbes will sie der Öffentlichkeit verteilen.

Die Germanistik-Studentin Marlene Engelhorn (29) aus Wien hat sehr viel Geld. Man könnte wahrscheinlich sogar sagen, Engelhorn ist steinreich.

Besonders hart gearbeitet hat sie dafür aber nicht. Ihr Recht darauf, über einen riesigen Besitz zu verfügen, beruht vor allem auf einem Umstand: Sie wurde in eine äusserst wohlhabende Familie geboren.

Das viele Geld hat sie von ihrer Grossmutter. Traudl Engelhorn-Vechiatto (94), die in der Schweiz lebende Witwe des Pharmaunternehmers Peter Engelhorn, belegt auf der Forbes-Liste der reichsten Menschen der Welt Platz 680. Vor zwei Jahren eröffnete sie ihrer Enkelin Marlene, dass diese einen Teil ihres auf 3,8 Milliarden Franken geschätzten Familienvermögens erben werde.

Bekommen hat diese das Geld zwar noch nicht. Mit der Ankündigung ihrer Grossmutter stand ihr aber ein Leben bevor, das von extremem Reichtum geprägt ist.

«Ein Prozent der Bevölkerung hält vierzig Prozent des Vermögens»

Nun hätte sich Marlene Engelhorn darüber freuen und sich ein paar Luxusyachts, Gucci-Taschen oder Villen kaufen können. Das tat sie aber nicht. Für die junge Frau war das viele Geld vor allem eine Belastung. Ihre eigene Zugehörigkeit zur Schicht der Superreichen empfand sie als unmoralisch.

«In Österreich sind Vermögen und damit Macht und Lebenschancen wahnsinnig ungleich verteilt», sagte sie in der ORF-Sendung Moment Magazin. «Ein Prozent der Bevölkerung hält vierzig Prozent des Vermögens. Ich werde dazugehören und ich habe dafür nicht arbeiten müssen.»

Was denkt die Grossmutter dazu?

Sie habe deshalb beschlossen, bis zu 90 Prozent ihres Vermögens wegzugeben und den Rest dafür zu nutzen, von nun an daran zu arbeiten, dass Superreiche mehr Steuern zahlen müssen. Wohin das ganze Geld fliessen soll, wisse sie noch nicht. Grundsätzlich sei sie überzeugt davon, dass Reichtum der Grössenordnung ihrer Familie nicht in die Hände von Einzelpersonen gehöre, sondern «transparent und demokratisch» umverteilt werden solle, sagt die Erbin.

Was ihre Grossmutter zu dieser Entscheidung meint, wisse sie noch nicht genau. «Sie gesteht mir mit diesem Erbe einen Handlungsspielraum ein und es wird sie eher freuen, dass ich damit etwas für mich Sinnvolles mache und etwas Gutes mache, als dass ich mir irgendwelche Güter kaufe.»

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Tischlein deck dich, Lebensmittelhilfe

(nsa)

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