Crowdfunding-Projekt - Studentin aus Olten will Häuser aus Plastik bauen

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Crowdfunding-Projekt Studentin aus Olten will Häuser aus Plastik bauen

Studentin Laura Knecht aus Olten wurde beim Reisen auf die Plastikproblematik aufmerksam. Mit dem Projekt Shelterplast will sie in Kenia die Kreislaufwirtschaft vorantreiben.

von
Céline Meisel
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Die Projektgründer vor Ort: Vater Benedikt, Laura, Freund Stefan und Zuena. 

Die Projektgründer vor Ort: Vater Benedikt, Laura, Freund Stefan und Zuena.

Bild: Laura Kecht
Das Plastik soll zu Baumaterial weiterverarbeitet werden.

Das Plastik soll zu Baumaterial weiterverarbeitet werden.

Bild: Laura Kecht
Am Strand wird enorm viel Plastik angespült, auch aus Europa.

Am Strand wird enorm viel Plastik angespült, auch aus Europa.

Bild: Laura Kecht

Darum gehts

  • Projektgründer aus Olten möchten in Kenia Häuser aus rezykliertem Plastik bauen.

  • Mit einem Crowdfunding-Projekt sollen Gelder für das Projekt gesammelt werden.

  • Für die erste Etappe fehlen noch 20’000 Tausend Franken.

  • Um das Geld zusammenzubekommen, haben die Gründer noch rund eine Woche Zeit.

Laura Knecht ist viel gereist, nach Südamerika oder Afrika. Und überall, in beliebten Touristendestinationen wie in kleinen Dörfern, im Meer wie auf Wiesen und Strassen, fand sie Plastik. In Form von Stühlen, von Flaschen oder von bunten Zahnbürsten, die am Strand vor sich hindümpeln. «An vielen Orten weiss man gar nicht wohin mit dem ganzen Plastik», sagt die 26-Jährige. Ein beträchtlicher Teil des Plastiks, das angespült wird, stammt auch aus Europa.

Die Plastikproblematik fiel Laura und ihrem Freund Stephan besonders bei einem Besuch des Kenianischen Dorfes Msumarini auf – und stimmte sie nachdenklich: «Menschen verbrennen Kunststoff im Garten und atmen den Smog ein, daneben spielen Kinder.» Konkrete Taten folgten auf die Ernüchterung vorerst aber nicht. «Wie das nach dem Reisen so ist: Man nimmt sich viel vor, aber vergisst im Alltag wieder schnell was man gesehen hat», sagt Laura.

Bei einer Reise in Teneriffa kam das Thema wieder auf – diesmal blieben Stephan und Laura aber dran. Im Rahmen ihrer Bachelorarbeit verfolgte Laura das Projekt weiter und suchte nach Lösungen für die fehlenden Recyclingmöglichkeiten. Mit ihrem Freund, dessen Vater und seiner Frau, welche aus Kenia stammt, wurde Shelterplast gegründet – «ein Familienprojekt sozusagen», sagt Laura. Shelterplast will aus Plastik Baumaterial für Häuser herstellen, damit Arbeitsplätze vor Ort schaffen und gleichzeitig die Kreislaufwirtschaft fördern.

Geld für Prototyp

«Die Häuser kann man sich vorstellen wie einen IKEA-Bauschrank», erklärt Laura. «Man kann entscheiden, wie gross das Produkt am Ende ist.» Solange die Häuser einstöckig bleiben, könnten auch grössere öffentliche Gebäude wie Schulen errichtet werden. «Ich glaube, aus der Idee kann etwas Grosses werden, da sie überall angewendet werden kann.» Auch das Umfeld sei sehr am Projekt interessiert, insbesondere, seit man auf Social Media dafür werbe.

«Das schönste und das schlimmste Erlebnis war für mich der Aufenthalt in Msumarini», erzählt die BWL-Studentin. «Ich habe gemerkt, dass ich etwas tun muss. Und durch mein Studium habe ich realisiert: Hey, ich kann auch etwas tun.» In der Nacht liegt Laura trotzdem oft wach. Denn die Zeit wird knapp: Um die erste Etappe zu erreichen, braucht es innert Wochenfrist noch 20’000 Franken. Sonst muss das Projekt vorerst abgebrochen werden.

Verläuft das Crowdfunding erfolgreich, kann ein Prototyp eines Hauses aus rezykliertem Plastik in der Schweiz hergestellt werden. Nach diesem Modell sollen auch die Häuser in Afrika gebaut werden.

Spenden kann man auf: Shelterplast - Ein Projekt für Kenia

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