Aktualisiert 16.03.2011 15:02

Japanerin in KalifornienStudentin findet Familie über YouTube

Die japanische Austauschstudentin Akiko Kosaka dachte, nach dem Tsunami ihre Familie verloren zu haben - bis sie einen Bericht auf YouTube sah.

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Die 20-jährige Akiko Kosaka kann seit Montagmorgen wieder aufatmen: Die junge Austauschstudentin aus dem japanischen Minami Sanriku hatte seit Freitag nur noch geweint, in der Meinung, ihre Familie sei beim schweren Erdbeben und dem darauffolgenden Tsunami ums Leben gekommen. Die Hafenstadt Minami Sanriku war von der Katastrophe stark betroffen. Die junge Frau hörte in den Nachrichten sogar den Bürgermeister der 17 000-Einwohner-Stadt in einem Interview sagen, er glaube kaum, dass es Überlebende gebe.

Kurz darauf erhielt sie von ihrer jüngsten Schwester die Nachricht, sie sei wohlauf. Als der Tsunami kam, war die Schülerin mit ihren Lehrern in einen Schutzraum geflüchtet. Vom Rest der Familie, den Eltern, den Grosseltern und einer älteren Schwester, wusste sie aber auch nichts.

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Drei Tage Verzweiflung

Die erleichternde Botschaft erhielt Kosaka erst drei Tage später: Eine Freundin schickte ihr den Link zu einem YouTube-Video, auf dem ihr Haus als einziges unter einem Berg von Schutt zu sehen war. Aus einem der Fenster winkte eine Frau und hielt ein Schild in der Hand mit der Aufschrift: «Uns geht es allen gut.» Die Frau am Fenster war Akikos Schwester Shoko.

Das Leiden auf dem Trümmerfeld

«Ich musste laut schreien», erzählt Kosaka gegenüber dem Nachrichtensender CNN. «Meine Gasteltern kamen sofort in mein Zimmer gerannt. Ich sagte dann: ‚Sie leben!'» Die 20-Jährige schickte ihrer Schwester auf demselben Weg ihre Antwort – auf japanisch: «Ich sah euer Video heute. Danke, dass ihr noch lebt und danke, dass ihr euch um mich Sorgen macht, wenn ihr in einer solch schwierigen Situation seid. Wie geht's den Grosseltern? Wie geht's unseren Eltern?»

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