Aktualisiert 26.09.2018 06:01

Luzern

Studentin produziert Honig auf Dach der HSLU

Wirtschaftsstudentin Jasmin Schilliger (28) hat auf dem Dach der Hochschule Luzern zwei Bienenkästen platziert. Schon nächstes Jahr soll es den ersten HSLU-Honig geben.

von
Tunya Koch

Hier auf dem Dach der Hochschule Luzern hält Jasmin ihre Bienen. (Video: HSLU)

Sie ist Herrin über 20'000 Bienen mitten in der Stadt Luzern: Wirtschaftsstudentin Jasmin Schilliger ist eine passionierte Hobby-Imkerin. Seit diesem Jahr residieren ihre zwei Bienenvölker auf dem Dach der Hochschule Luzern (HSLU) – ein Video über sie, das die HSLU auf Facebook gepostet hat, trägt den Titel «Die Bienenkönigin».

«Es macht mega Spass»

«Ich bin noch ein Neuling im Kreis der Bienenkenner und muss deshalb noch viel lernen», sagt die 28-Jährige. Erst im vergangenen Frühling startete sie mit ihrer eigenen Bienenzucht: Ihr Fazit: «Es macht mega Spass.»

Vor zwei Jahren hatte sich Jasmin mit ihrer Schwester einen Dokumentarfilm einer Zürcher Imkerin angesehen, die Bienen auf einem Dach hält. Darauf meldeten sich die beiden gleich für den Eidgenössischen Grundkurs für Imkerei an. Ihre Schwester hat inzwischen rund 30 Völker und einen Königinnen-Zuchtkurs begonnen.

Vorteilhaftes Umfeld für Bienen

Als Stadtimkerin sei man auf gute Standorte angewiesen. Bienenkästen müssten so platziert sein, dass sich die Bienen am Sonnenaufgang orientieren können. «Ausserdem hantiere ich mit viel Material, wodurch genügend Platz vorteilhaft ist – und davon hat es ja auf dem HSLU-Dach reichlich», so die Studentin.

Der Aufwand für die Bienen-Pflege sei saisonabhängig: «Im Frühling gibt es mehr zu tun als im Winter. Momentan bereite ich die Bienen für den Winter vor, kontrolliere ihre Gesundheit und stelle sicher, dass sie genügend Futter für die Überwinterung haben.»

Gibt es Uni-Honig im nächsten Frühjahr?

Jasmin hofft, mit der Imkerei einen Beitrag an den Naturschutz zu leisten: «Die Bedeutung der Bienen für Natur und für den Menschen ist unbestritten. Jeder Apfel, jede Birne wurde von einer Biene bestäubt.» Auf das Hobby würden alle in ihrem Umfeld sehr positiv reagieren. Auch die HSLU habe sich sehr unkompliziert und hilfsbereit gezeigt. Wenn über den Winter alles klappt, wird sie auf nächstes Jahr ihre Bienenvölker verdoppeln können. «Und wer weiss, vielleicht gibt es dann den ersten HSLU-Honig», schmunzelt Jasmin. «Genügend Platz auf dem Dach gibt es sicherlich, damit das Projekt ausgebaut werden könnte.»

Bienen halten ist ein «aufwendiges Hobby»

«Jeder darf Bienen halten», sagt Ruedi Dahinden, Präsident des Verband Luzerner Imkervereine. Jedoch empfiehlt er, einen Grundkurs von 18 Lektionen während zwei Jahren zu absolvieren. Auch Jugendliche würden sich für Kurse anmelden. Man solle sich dies jedoch gut überlegen, denn es sei ein «aufwendiges Hobby».

Der Film «More than Honey» hatte 2012 zu einem Bienen-Hype geführt: «Viele wollten den Bienen helfen und meldeten sich für Imker-Kurse an», so Dahinden. Verschiedene Faktoren tragen dazu bei, dass die Bienen weltweit immer stärker gefährdet sind. Dahinden: «Bereits mit dem Kauf von regionalem Honig und reduziertem Gifteinsatz in Gärten trägt man zum Wohle der Bienen bei.»

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