Aktualisiert 09.03.2014 19:54

Verschollenes FlugzeugStudentin verpasste den Todesflug

Noch immer fehlt von der Boeing 777 jede Spur. Eine Studentin hatte besonderes Glück: Sie hatte ein Ticket für den Flug gebucht, verpasste ihn aber. «Ich hätte eine von ihnen sein können», sagt sie.

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woz/ bee/hae/pat

Die Boeing 777-200 der Malaysia Airline war in der malaysischen Hauptstadt Kuala Lumpur um 0.41 Uhr Ortszeit (17.41 MEZ) gestartet, als auf dem Weg nach Peking zwei Stunden später der Funkkontakt abbrach. Die Maschine befand sich nach Angaben der vietnamesischen Behörden zu dem Zeitpunkt über dem Meer, kurz vor dem Luftraum über Vietnam. Seither fehlt von der Maschine jede Spur.

Rettungskräfte bestätigten am frühen Samstagnachmittag den Absturz. «Ich kann bestätigen: Die Maschine ist abgestürzt, sie gilt nicht als vermisst», sagte Generalleutnant Pham Hoai Giang der Zeitung «VTC News». Die Unglücksursache bleibt aber weiterhin ein Rätsel.

Suchflugzeuge haben im Meer vor der vietnamesischen Küste kilometerlange Ölspuren entdeckt, sagte der stellvertretende Verkehrsminister Pham Quy Tieu der Nachrichtenagentur DPA. Die Suche musste nach seinen Angaben allerdings kurz darauf wegen Dunkelheit abgebrochen werden. «Wir schicken Schiffe in das Gebiet», sagte der Vizeminister.

Studentin hatte Schutzengel

Die Ursache für das Verschwinden der Maschine des Fluges MH370 vom Radar war auch Stunden später noch unklar. Die Maschine konnte zunächst nicht geortet werden. Malaysia, Vietnam und China suchten aus der Luft und zu Wasser fieberhaft nach dem Flugzeug. An Bord waren 227 Fluggäste und zwölf Besatzungsmitglieder.

Riesiges Glück hatte offenbar eine Studentin: Sie hatte ein Ticket für den Todesflug gebucht, verpasste ihn aber, weil sie zu spät am Flughafen eintraf. Gegenüber dem malaiischen Fernsehsender «Astro Awani» sagte sie: «Ich kann mich glücklich schätzen, dass ich die eine war.» Zu wissen, dass so viele Leute im Flugzeug sassen, sei aber ein furchtbares Gefühl. «Ich hätte eine von ihnen sein können», so Jessie Yee Wai Ching.

Passagiere mit gestohlenen Pässen

Mittlerweile werden Spekulationen über einen Terroranschlag laut. Wie die Bild berichtet, waren zwei Passagiere mit gestohlenen Pässen an Bord. Die Pässe gehörten einem Italiener und einem Österreicher. Beide Pässe wurden vor einiger Zeit in Thailand als gestohlen gemeldet. Die Namen der beiden Passagiere standen auf der Passagierliste, obwohl sie nie einen solchen Flug gebucht haben.

Seltsam sei auch, dass selbst die Blackbox kein Signal entsendet. Es habe keine Anzeichen gegeben, dass das Flugzeug in Not gewesen sei, sagte Malaysia Airlines-Chef Ahmad Jauhari Yahya.

Erfahrener Pilot

Ausserdem: «In der Region, in der die Maschine verschwand, wurde zu dem Zeitpunkt keine ungewöhnliche Wetterlage gemeldet», sagte Vietnams Vize-Verkehrsminister Pham Quy Tieu. Der Pilot sei ein erfahrener Kollege mit mehr als 30 Dienstjahren gewesen.

Die mutmassliche Unglücksstelle befindet sich zwischen der Ostküste Malaysias und der Südspitze Vietnams, zwischen dem Golf von Thailand und dem Südchinesischen Meer. Malaysia, Vietnam und China setzten Such- und Rettungsschiffe ein. Die vietnamesischen Behörden versetzten auch Fischer in der Region in Alarmbereitschaft.

An Bord waren Menschen aus 14 Ländern. Nach Angaben der Airline handelte es sich überwiegend um chinesische Passagiere, sowie aus Europa drei Franzosen, ein Österreicher, ein Niederländer und ein Italiener. Schweizer waren demnach offenbar nicht unter den Reisenden.

Zuverlässige Fluggesellschaft

Malaysia Airlines ist die nationale Fluggesellschaft. Sie gilt als zuverlässige Airline. Sie fliegt mit Boeing und Airbus-Maschinen nach eigenen Angaben täglich 37'000 Passagiere zu 80 Zielen im In- und Ausland.

In der Unternehmensgeschichte der wirtschaftlich angeschlagenen Airline ist es bislang selten zu Unfällen gekommen. Beim Absturz einer Maschine im Süden Malaysias kamen 1977 alle 93 Passagiere und sieben Besatzungsmitglieder ums Leben.

Ein kleines Flugzeug des Tochterunternehmens MASwings verunglückte vergangenen Oktober bei der Landung auf der Insel Borneo, wobei der Copilot und ein Passagier getötet wurden. (woz/ bee/hae/pat/sda)

Übungsflugzeug in China abgestürzt

Bei einem Übungsflug im Südwesten Chinas ist eine Propellermaschine vom Typ PA-44 abgestürzt. An Bord des Flugzeugs befanden sich ein Fluglehrer und ein Schüler, wie die Nachrichtenagentur Xinhua berichtete. Beide kamen ums Leben. Die Ursache des Unglücks war zunächst nicht bekannt.

Die kommunistische Parteizeitung in der Region Sichuan berichtete, das Flugzeug sei bei einem Dorf in der Nähe von Dujiangyan zu Boden gegangen. Die Maschine gehörte zur Flugschule der chinesischen Luftfahrtaufsicht.

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