Studentinnen dürfen wieder Kopftücher tragen
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Studentinnen dürfen wieder Kopftücher tragen

Das Kopftuch-Verbot an türkischen Universitäten soll bald fallen. Ein entsprechender Passus für die geplante neue Verfassung der Türkei wurde formuliert.

Das berichten mehrere türkische Zeitungen am Mittwoch. Der Passus wurde in internen Beratungen der Regierungspartei AKP von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan ausformuliert, wie die Zeitungen berichteten. Demnach wird das Wort «Kopftuch» in der Verfassung zwar nicht erwähnt.

Ein Verfassungsartikel soll aber festhalten, dass niemand aufgrund seiner äusseren Erscheinung oder seiner Kleidung am Hochschulbesuch gehindert werden dürfe, sofern diese Kleidung nicht dem Strafrecht oder den «allgemeinen Sitten» widerspreche. Damit wären Kopftücher erlaubt, während Symbole wie das Hakenkreuz aus den Universitäten ferngehalten werden könnten.

Bei einem Besuch in Spanien hatte Erdogan zu Wochenbeginn gesagt, das in der Türkei als «türban» bekannte streng gebundene Kopftuch sei zwar ein politisches Symbol, doch dürften auch politische Symbole nicht verboten werden.

Die türkischen Kemalisten, die sich auf Staatsgründer Mustafa Kemal Atatürk berufen, betrachten insbesondere den «türban» als Symbol des politischen Islam, das aus öffentlichen Institutionen herausgehalten werden müsse.

Recht auf Bildung

Erdogan und seine Anhänger argumentieren dagegen, das Kopftuchverbot nehme vielen jungen Frauen in der Türkei das Recht auf Bildung. Das Kopftuchverbot für Schülerinnen, Beamtinnen und Parlamentarierinnen in der Türkei soll nach den Plänen der AKP in Kraft bleiben.

Die Vorstellung des AKP-Entwurfs für eine neue Verfassung verzögert sich bereits seit einigen Wochen. Die Verfassung soll den Türken im Laufe dieses Jahres in einer Volksabstimmung vorgelegt werden und die derzeitige, 1982 von den Militärs diktierte Verfassung ablösen.

(sda)

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