Aktualisiert

Studie: Nachbarn werden als aufdringlich empfunden

Jeder Zweite bezeichnet das Verhältnis zu seinen Nachbarn als freundlich. Viele stören sich aber laut einer Studie an deren Hang zur Einmischung.

Schlechte Nachbarn grüssen nicht, grillieren und lärmen ohne Rücksicht, gehen den anderen aus dem Weg und beschweren sich wegen Kleinigkeiten. Dies jedenfalls sind jene negativen Merkmale, die die 1500 Teilnehmer einer repräsentativen Studie am häufigsten nannten. 56 Prozent finden, dass sich die Nachbarn oft in fremde Angelegenheiten einmischen. Die gestern veröffentlichte nationale Untersuchung haben der Förderverein Nachbarhilfe Zürich und PricewaterhouseCoopers in Auftrag gegeben.

Nach dem Einzug in die neue Wohnung stellen sich 35 Prozent der Befragten bei den Nachbarn vor, indem sie an ihrer Haustür klingeln. 27 Prozent veranstalten eine House-Warming-Party, zu der auch Nachbarn eingeladen sind; ein Viertel lädt sie einzeln zum Kaffee ein. 13 Prozent gaben an, sie würden gar nichts unternehmen – und auf eine zufällige Begegnung hoffen. Die Schweizer verhielten sich zwar freundlich gegenüber den Nachbarn, es falle ihnen aber schwer, den ersten Schritt zu tun, so die Studie.

Was haben Sie für ein Verhältnis zu ihren Nachbarn?

Ladina Baumgartner (14), Dielsdorf:

Ich habe zu meinen Nachbarn eigentlich kein Verhältnis. Das liegt wohl daran, dass es ältere Leute sind. Manchmal stört sie der Lärm – darauf nehme ich natürlich Rücksicht. Und ich grüsse immer.

Carlo Gadient (25), Zürich:

Zu meinen Nachbarn habe ich ein eher

distanziertes Verhältnis. Mein 80-jähriger Nachbar hat mir erzählt, er wohne seit 50 Jahren in diesem Haus – die anderen Bewohner habe er aber nie gut kennen gelernt.

Rebecca Krause (21), Niederhasli:

Das Verhältnis zu meinen Nachbarn ist super. Im Sommer gibt es gemeinsame Grillfeste, und in den Ferien kümmern wir uns um die Pflanzen und Haustiere der andern. Bei uns geht es sehr herzlich zu und her.

Yanik Hug (18), Schwerzenbach:

Ich verstehe mich ausgezeichnet mit den Nachbarn. Ärger gab es nur mal, als ein Ball im schönen Blumenbeet der Nachbarn landete. Ich passe manchmal als Babysitter auf die Nachbarkinder auf.

Francesca Lepori (15), Berikon AG:

Meine Nachbarn grüsse ich – mehr nicht. Ich wäre aber bereit, ihnen zu helfen, wenn sie ein Problem haben. Und eine Nachbarfamilie hatten wir schon zu Besuch. Reklamationen gibts manchmal wegen Abfall.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.