Aktualisiert 06.02.2008 22:58

Studie: Schläger zielen meistens auf das Gesicht

Die Gewaltstudie
des Spitalzentrums
Biel schockiert: Es
werden auffällig viele
Patienten mit Kopf- und
Gesichtsverletzungen
eingeliefert.

«Die Studie soll aufrütteln», sagt Annette Ringger, Oberärztin am Spitalzentrum Biel (SZB). «Denn wir haben das Gefühl, dass die Zahl der Gewaltpatienten und der Schweregrad ihrer Verletzungen zunimmt.» Ob die Vermutung stimmt, wird sich in einigen Jahren zeigen. Aufsehen erregt die erste Gewaltstudie des SZB aber schon jetzt: «Mich überrascht am meisten, dass die häufigsten Verletzungen nicht etwa an Armen, sondern am Gesicht oder Kopf waren», so Ringger. 52 Prozent der Frakturen betrafen das Nasenbein und 16 Prozent den Gesichtsschädel.

Das Phänomen, wonach Prügelopfer immer häufiger Kopfverletzungen davontragen, kennen auch die Berner Ärzte. Weil die Gründe unklar sind, will nun das SZB mit dem Inselspital zusammenspannen und Patienten noch umfangreicher erfassen.

Was die Studie des Spitalzentrums Biel weiter zeigt: 75 Prozent der Gewaltopfer waren Männer, im Durchschnitt waren sie 29 Jahre jung. Fast die Hälfte von ihnen kannte den oder die Angreifer. Und: Die Durchschnittskosten pro Opfer lagen bei 1186 Franken.

Eva Wirth

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