Covid-19: Studie von Moderna zeigt – Impfstoff wirkt auch gegen Corona-Mutation
Publiziert

Covid-19Studie von Moderna zeigt – Impfstoff wirkt auch gegen Corona-Mutation

Der von Moderna entwickelte Impfstoff gegen das Coronavirus sollte auch gegen die neue Corona-Mutation aus Grossbritanien wirken. Dies teilte das Unternehmen am Montag mit.

von
Sven Forster
1 / 5
Der Corona-Impfstoff von Moderna wirkt auch gegen die mutierte Version aus Grossbritannien. 

Der Corona-Impfstoff von Moderna wirkt auch gegen die mutierte Version aus Grossbritannien.

AFP
Auch der Pfizer-Impfstoff soll wirken. 

Auch der Pfizer-Impfstoff soll wirken.

Getty Images
Dies haben mehrere interne Studien gezeigt. 

Dies haben mehrere interne Studien gezeigt.

Getty Images

Darum gehts

  • Eine neue Studie zeigt, dass der Moderna Impfstoff gegen die mutierte Coronavirus-Variante wirkt.

  • Moderna berichtet von einer selbst durchgeführten Studie.

  • Auch Biontech/Pfizer bestätigte die Wirkung des Vakzins.

Der von Moderna entwickelte Impfstoff gegen das Coronavirus ist ebenso wirksam gegen die Coronamutation, die zuerst in Grossbritannien entdeckt wurde. Dies hat das Unternehmen am Montag bekanntgegeben.

Moderna berichtete von einer internen Studie, in der Blutproben von acht Personen verwendet wurden. Die britische Variante hatte keinen Einfluss auf die Menge an neutralisierenden Antikörpern. Gegen die neue Mutation aus Südafrika, scheint der Impfstoff jedoch weniger schützend zu sein. Wie die Forscher informierten, bleibt jedoch trotzdem ein hoher Schutz bestehen.

Um diesen weiter zu gewährleisten, arbeitet das Unternehmen an weiteren möglichen Impfdosen. Der Chief Medical Officer von Moderna sagt in einem Interview mit der «New York Times»: «Wir tun es heute, um der Kurve voraus zu sein, wenn wir müssen. Ich hoffe wir werden die Auffrischungsimpfung nicht brauchen.»

Vor einer Woche wurde bekannt, dass eine interne Studie von Biontech und Pfizer zeigte, dass auch ihr Vakzin gegen die mutierte Version aus Grossbritannien schützt. Wie die «Financial Times» (Bezahlartikel) schreibt, entdeckten die Forscher, dass alle Mutationen des neuen Stammes durch Antikörper im Blut von 16 Patienten, die in frühen Studien geimpft wurden, neutralisiert wurden. Die Forscher teilten mit, dass es derzeit keinen bioloigisch signifakten Unterschied in der Neutralisierung des ursprünglichen Coronavirus und dem Mutanten gibt.

Bislang gingen die Forscher immer davon aus, dass der Wirkstoff auch gegen die Mutationen hilft. Nun haben die Studien von Moderna und Biontech dies bestätigt. Allerdings: Bei der neu auftretenden Mutation aus Brasilien können die Forscher dezeit noch keine Garantie geben, dass der Impfstoff wirkt. «Wir haben noch keine Daten über die brasilianische Variante», so der Chefarzt von Moderna.

Die drei Varianten im Überblick

Sie ähneln sich, weisen aber auch Unterschiede auf. Das ist bislang zu den drei Corona-Mutanten bekannt, die Wissenschaftlern Sorge bereiten.

Britische Variante: Die als B.1.1.7 bezeichnete Variante tauchte erstmals im Dezember 2020 im Süden Grossbritanniens auf, von wo sie sich im ganzen Land und über die Landesgrenzen hinaus verbreitete. Auch in der Schweiz ist sie anzutreffen. Laut neusten Erkenntnissen weist B.1.1.7 insgesamt 17 Mutationen auf, von denen drei das Verhalten des Virus verändert haben könnten: die Mutation N501Y, die Löschung der Stellen 69 und 70, und die Mutation P681H. Darauf deuten laut Richard Neher, Epidemiologe an der Universität Basel, auch Beobachtungen aus Irland und Dänemark hin, so Zeit.de.

Südafrikanische Variante: B.1.351 ist vermutlich im August 2020 entstanden. Heute ist sie vor allem in der Kapregion die vorherrschenden Variante – möglicherweise, weil sie ansteckender ist. Möglich ist aber auch, dass sie der Immunantwort von Menschen entgeht, die schon einmal mit Sars-Cov-2 infiziert waren, so Londoner Forscher. Wäre letzteres der Fall, könnte das dazu führen, dass sich einmal Infizierte erneut infizieren könnten und so zur Verbreitung beitragen können. Auch B.1.351 weist die N501Y-Mutation auf, plus weitere am Spike-Protein. Darunter auch solche, die B.1.1.7 nicht hat . Wie Zeit.de schreibt, beunruhigt insbesondere die Mutation E484K. Denn es gibt Hinweise darauf, dass Antikörper von Menschen, die eine Sars-CoV-2-Infektion überstanden haben, Viren mit dieser Mutation schlechter neutralisieren. «Deshalb wird diese Mutation insgesamt auch als kritischer eingeschätzt» als die britische Variante, so die deutsche Virologin Sandra Ciesek im NDR-Info-Podcast. Denn sollte die Hypothese stimmen, «wäre das natürlich eine ungünstige Kombination

Brasilianische Variante: Noch dünner als bei der B.1.351 ist die Datenlage aktuell bei P.1, wie die brasilianische Variante genannt wird. Doch auch hier besteht Grund zur Besorgnis. Sie wurde erst vor kurzem in Manaus identifiziert, wo zuletzt ebenfalls ein rasanter Anstieg an Corona-Infektionen gemeldet wurde. Auch P.1 weist 17 Mutationen auf, von denen sich einige am Spike-Protein befinden – darunter N501Y, welche auch bei den anderen beiden Mutationen festgestellt wurde, und E484K, die auch bei der südafrikanischen Variante entdeckt wurde.

Deine Meinung