Aktualisiert 10.02.2004 09:39

Studie warnt vor Ausgrenzung von Ausländern am Arbeitsplatz

Nach wie vor gehört die Diskriminierung zum Alltag. So das Fazit einer Studie über die Integration von Migrantinnen und Migranten in die Berufswelt.

Der Arbeitnehmerverband Travail.Suisse will deshalb mit einer Reihe von Massnahmen die Integration vorantreiben.

Die berufliche Integration sei der Schlüsselpunkt der Integration in der Gesellschaft, sagte Hugo Fasel, CSP-Nationalrat und Präsident der Travail.Suisse, am Dienstag bei der Vorstellung einer neuen Studie in Zürich. Die Arbeit gebe einem Menschen die nötigen Mittel zur Integration in der Gesellschaft und sei auch der wichtigste Faktor für die gesellschaftliche Anerkennung. Für Migranten und Migrantinnen treffe dies noch mehr zu. Jeder vierte Arbeitsplatz werde heute von einer Ausländerin oder einem Ausländer besetzt.

Die Studie, die Travail.Suisse in Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Forum für Migrations- und Bevölkerungsstudien (SFM) durchgeführt hatte, zeige, dass es ein sehr grosses Verbesserungspotenzial gebe. Die vorgefundenen Integrationsmassnahmen seien zwar vielfältig. So würden Sprachkurse, Patensysteme, Systeme zur Einführung in den Arbeitsplatz und Organisationsstrukturen, die Autonomie und Anerkennung förderten, angeboten. Dennoch seien viele Mängel, unter anderem wie die fehlende Kommunikation, Konflikte, verschiedene Arten der Diskriminierung oder auch Hindernisse im Bereich der Aus- und Weiterbildung, sichtbar geworden. Ein häufiges Phänomen sei nach wie vor die Diskriminierung. Davon gebe es verschiedene Formen wie zum Beispiel die Ausbeutung eines Schwarzarbeiters, dem 1.000 Franken weniger Lohn gezahlt werde, weil er sich nicht wehren könne.

Gewinn für alle Beteiligten dank besserer Integration

Obwohl die wichtige Rolle des Arbeitsplatzes bei der Integration bekannt sei, sei bisher kaum versucht worden, um dieses Potenzial auszuschöpfen, sagte Fasel. Dabei stelle eine Verbesserung der Integration für alle Beteiligten einen Gewinn dar. Die Mitarbeiter würden motiviert und könnten sich besser entfalten. Die Unternehmen könnten von einem besseren Arbeitsklima profitieren, was sich positiv auf den Gang des Geschäfts auswirke. Die Gesellschaft könne zudem nur gewinnen, wenn die Arbeitnehmer durch bessere Integration und regelmässiger Weiterbildung weniger dem Risiko einer Arbeitslosigkeit ausgesetzt seien.

Mit zahlreichen Massnahmen auf politischer und arbeitstechnischer Ebene will Travail.Suisse die durch die Studie gewonnen Erkenntnisse nun umsetzen. So sollen zum Beispiel ein Mindestprozentsatz der Lohnsumme für die Weiterbildung verwendet und Sprachkurse mit integrierendem Inhalt durchgeführt werden. Zudem soll eine den diesbezüglichen Verfügungen der Europäischen Union entsprechende Gesetzgebung gegen Diskriminierung eingeführt werden. Eine weitere Forderung ist der Aufbau eines gesamtschweizerischen Systems zur Anerkennung von erworbenen Fähigkeiten. (dapd)

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