Zugreisen online buchen - Studierende kämpfen gegen Billett-Wirrwarr in Europa
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Zugreisen online buchenStudierende kämpfen gegen Billett-Wirrwarr in Europa

Eine Gruppe von Zürcher Studierenden will das Zugreisen in Europa einfacher machen. Sie haben dafür eine Plattform lanciert.

von
Thomas Mathis
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Darum gehts

  • Wer mit dem Zug ins Ausland reisen will, soll nicht an einen Schalter – dieses Ziel haben fünf Zürcher Studierende.

  • Sie haben eine Plattform lanciert, auf der online internationale Billette gekauft werden können.

  • Derzeit besonders beliebt sind Fahrten nach Sizilien und Apulien sowie Dänemark und Schweden.

Teuer, zeitraubend und umständlich – diesen Ruf haben Reisen mit dem Zug in Europa. Ein Start-up von fünf Zürcher Studierenden will das Zugreisen nun vereinfachen und hat dank der Unterstützung des Migros-Pionierfonds mit SimpleTrain.ch vor gut zwei Monaten eine Buchungsplattform lanciert. «Unser Ziel ist es, dass bei uns alle Zugreisen für Europa online erhältlich sind und die Buchung für unsere Kundinnen und Kunden keine Hürde mehr darstellt», sagt Geschäftsleiter Marius Portmann. Dazu werden auch Tickets per Post versendet.

Um die besten Optionen für die individuellen Anfragen zu haben, brauche es viel Wissen, welches sich er und seine Teammitglieder seit Jahren angeeignet hätten. «Weil die Eisenbahnen national organisiert sind, herrscht ein Wirrwarr bei den Billetten und zudem gibt es noch häufig versteckte Spezialangebote.» So hat er vor einigen Jahren als Hobby begonnen, Kolleginnen und Kollegen zu beraten.

«Preislich vergleichbar mit Flugzeug»

Daraus ist nun ein Business entstanden. Rund hundert Buchungen verarbeitet das Start-up pro Monat. Für die Dienstleistung wird eine Gebühr verlangt, die von Strecke, Aufwand und Gruppengrösse abhängig ist. «Preislich ist das Zugreisen mit dem Flugzeug vergleichbar, gleichzeitig aber viel ökologischer.»

Seit den Lockerungen der Corona-Massnahmen ziehe auch das Reisegeschäft wieder an. «Derzeit sind Fahrten nach Sizilien und Apulien sowie nach Kopenhagen und Malmö beliebt», sagt Portmann. Er selbst wird dieses Jahr mit dem Zug und der Fähre nach Griechenland fahren. «In Europa kommt man überall hin mit dem Zug, sofern man die Zeit dafür hat. Und dabei lassen sich auch unbekannte Orte entdecken.» Erlebnisse seien dabei garantiert. Er erinnert sich an eine Zugfahrt von Zürich nach Schottland mit Zwischenhalt in Paris und London. «Im Nachtzug hatte es eine Bar, sodass wir mit einem Glas Whiskey in der Hand die britische Hauptstadt verliessen – einmalig.»

«Erfreuliche Initiative»

Pro Bahn Schweiz begrüsst die Initiative. «Es ist erfreulich, dass Private versuchen, das Bahnfahren gegenüber dem Flugzeug attraktiver zu machen», sagt Bastian Bommer, Leiter der Arbeitsgruppe Ticketing auf Anfrage. Das internationale Ticketing gleiche einer Doktorarbeit. «Ein grosses Ärgernis ist, dass jede Bahngesellschaft unterschiedliche Bedingungen hat.» Man erwarte, dass es in Zukunft möglich sein müsse, ein Billett von Basel nach Lissabon mit wenigen Klicks zu buchen.

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