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Präsenzprüfungen in der Corona-Pandemie «Studierende lügen, um die Prüfung nicht zu verpassen»

Wer am Prüfungstag Krankheitssymptome aufweist, darf die Präsenzprüfungen der Universität Basel nicht antreten. Ein Student befürchtet aber, dass beim Einlass gelogen wird.

von
Lea Lozano
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Die Universität Basel führt Präsenzprüfungen durch. Unter einem strengen Schutzkonzept werden die Prüfungen in der Basler Messehalle geschrieben.

Die Universität Basel führt Präsenzprüfungen durch. Unter einem strengen Schutzkonzept werden die Prüfungen in der Basler Messehalle geschrieben.

Universität Basel
Im Rahmen des Schutzkonzeptes werden die Studierenden bei der Einlasskontrolle nach ihrem Gesundheitszustand gefragt. Wer Krankheitssymptome aufweist, darf nicht rein und muss die Prüfung wiederholen. 

Im Rahmen des Schutzkonzeptes werden die Studierenden bei der Einlasskontrolle nach ihrem Gesundheitszustand gefragt. Wer Krankheitssymptome aufweist, darf nicht rein und muss die Prüfung wiederholen.

Universität Basel
Ein Student macht sich Sorgen, dass dies nicht ausreicht. Denn: Viele Studierende würden an diesem Punkt lügen, um die Prüfung nicht zu verpassen. 

Ein Student macht sich Sorgen, dass dies nicht ausreicht. Denn: Viele Studierende würden an diesem Punkt lügen, um die Prüfung nicht zu verpassen.

Juri Weiss

Darum gehts

  • Die Universität Basel setzt auch während der Corona-Pandemie auf Präsenzprüfungen. Diese werden in der Basler Messehalle unter einem strengen Schutzkonzept abgelegt.

  • Dabei werden die Studierenden am Eingang unter anderem nach ihrem Gesundheitszustand gefragt. Wer Krankheitssymptome aufweist, wird nicht hineingelassen und darf die Prüfung nicht schreiben.

  • Ein Studierender macht sich sorgen, dass diese Frage oft nicht wahrheitsgetreu beantwortet wird.

Die Universität Basel setzt in gewissen Studiengängen dieses Jahr trotz Corona auf Präsenzprüfungen. Zu Hunderten begeben sich Studierende in die Basler Messehalle, um dort ihre Klausur abzulegen. Wie ein Student gegenüber 20 Minuten sagt, könnten darunter einige Personen sein, die mit dem Coronavirus infiziert sind. «Die Studierenden lügen bei der Frage, ob sie sich krank fühlen, damit sie die Prüfung nicht verpassen», so der Student.

Die Universität hat für die Durchführung der Klausuren ein eigenes Schutzkonzept entwickelt. «Bei der Eingangskontrolle wird der Gesundheitszustand abgefragt. Personen, die Symptome aufzeigen wird, der Zutritt in die Prüfungsräumlichkeiten verweigert», heisst es darin. Der Student befürchtet, dass die Studierenden das Schutzkonzept einfach umgehen. Bei seiner Prüfung am Freitag beobachtete er jedenfalls, «dass Studierende im Saal anwesend waren, die klare Symptome hatten», wie er sagt.

«Stellen Sie sich vor, Sie lernen zwei Monate für eine Prüfung und haben am Tag der Prüfung Symptome. Worauf haben Sie am wenigsten Lust?» fragt er und antwortet gleich selbst: «Ja. Die Prüfung zu wiederholen.» Aus diesem Grund würden die Leute auch mit Symptomen an die Prüfung gehen und auf die Frage zum Einlass unehrlich antworten. Er findet, dass die Massnahmen der Universität nichts bringen: «Wenn in einem Saal mit mehreren hundert Personen Corona-Erkrankte sind, dann kann das schnell zu einem Superspreader-Event werden», sagt er.

Ansteckungen sollen durch Abstände vermieden werden

Laut Matthias Geering, Sprecher der Universität Basel, besteht jedoch kein Grund zur Sorge. «Das bestehende Schutzkonzept wurde gemeinsam mit Fachleuten des Universitätsspitals entwickelt und vom Kantonsarzt bewilligt. Es ist so ausgelegt, dass Ansteckungen auch im schlimmsten Fall, nämlich wenn sich eine kranke Person in der Halle befindet, vermieden werden können», sagt er auf Anfrage.

Die Halle sei genügend gross, damit die nötigen Abstände stets eingehalten werden können. Ferner würden die Arbeitsplätze nach jeder Prüfung desinfiziert und die Halle regelmässig durchlüftet.

Die Messehalle wurde gemeinsam mit der Studentischen Körperschaft der Universität Basel (skuba) ausgewählt und stiess bisher auf Gefallen der Studierenden, so Geering. «Wir legen selbstverständlich bei allen Entscheidungen, die wir treffen müssen, grossen Wert auf das Wohl der Studierenden», sagt er. Bei 13’000 Studierenden sei es jedoch nicht zu vermeiden, dass vereinzelte nicht mit den Regelungen zufrieden seien.

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