Aktualisiert 07.08.2019 13:52

Camper nach Horror-Unwetter

«Stühle schossen wie Projektile durch die Luft»

Nach dem Sturm vom Dienstagabend ziehen die Camper von Unterseen BE ab. Der Schreck sitzt ihnen noch in den Knochen.

von
cho/km / miw
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Ein heftiger Sturm fegte am Dienstag durch das Berner Oberland. Besonders betroffen war ein Campingplatz in Interlaken.

Ein heftiger Sturm fegte am Dienstag durch das Berner Oberland. Besonders betroffen war ein Campingplatz in Interlaken.

20Minuten: cho / km
Der Sturm entwurzelte Bäume. Diese krachten auf den Campingplatz nieder.

Der Sturm entwurzelte Bäume. Diese krachten auf den Campingplatz nieder.

20Minuten: cho / km
«Es grenzt an ein Wunder, dass es keine Toten gab. Ich und meine Familie könnten jetzt genauso gut nicht mehr am Leben sein», sagt eine Camperin aus Zürich.

«Es grenzt an ein Wunder, dass es keine Toten gab. Ich und meine Familie könnten jetzt genauso gut nicht mehr am Leben sein», sagt eine Camperin aus Zürich.

20Minuten: cho / km

Auf dem Camping Manor 1 in Unterseen bei Interlaken liegen die Nerven blank. Heftige Windböen und starker Regen verwandelten den Campingplatz am Thunersee am Dienstagnachmittag in ein regelrechtes Schlachtfeld. Entwurzelte Bäume, zerstörte Wohnmobile, zerfetzte Zeltblachen, Matsch und Chaos – die Ferienstimmung vor Ort ist dahin.

Die Windböen fegten am Dienstag nach 16 Uhr über das Gelände: «Niemand hatte mit so einer Wucht gerechnet», heisst es bei den Betreibern des Berner Campingplatzes. «Stühle und Tische schossen wie Projektile durch die Luft», erzählt auch Camperin Louise Gramatikov. Die Genferin und ihre Familie mussten gestern draussen im Sturm ausharren.

Nun haben sie genug vom Campen: Am Mittwochmorgen ist ihr Zelt, das notdürftig mit Klebeband geflickt wurde, verpackt – die Genfer machen sich nun für die Heimreise bereit. «Die meisten Gäste haben bereits gestern Abend, direkt nach dem Sturm, ihre Sachen gepackt.»

Familie dem Tod entronnen

Auch denjenigen, die auf dem derzeit noch sichtlich verwüsteten Platz ausharren, steckt der Schreck tief in den Knochen. «Es grenzt an ein Wunder, dass es keine Toten gab. Ich und meine Familie könnten jetzt genauso gut nicht mehr am Leben sein», sagt eine Camperin aus Zürich. Ein gut zehn Meter hoher Baum krachte während des Gewitters zu Boden; den Windböen von über 100 Stundenkilometern konnte er nicht standhalten. «Er landete quer auf unserem Standplatz», sagt die Mutter sichtlich geschockt – «zum Glück waren wir zu diesem Zeitpunkt gerade mit unserem Camper unterwegs».

Schlimmer ging es Camper Urs Blessing aus dem Kanton Thurgau. Der Baum zerstörte seinen Quad-Anhänger. Auch an seinem Wohnmobil gibt es gröbere Schäden. So rinnt der Regen nun durchs Dach: «Ich musste mein Mobil gestern ins Trockene stellen, damit ich darin schlafen konnte.» Auch er bricht seine Ferien am Mittwoch vorzeitig ab.

Während die Feriengäste in Unterseen ihre Schäden reparieren oder Sachen packen, sind diverse Helfer vor Ort, um den Campingplatz wieder auf Vordermann zu bringen. Möglichst bald soll das Feriengefühl auf die Manorfarm zurückkehren.

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