Ladenöffnung: Stürmen jetzt Deutsche Schweizer Läden?
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LadenöffnungStürmen jetzt Deutsche Schweizer Läden?

In Kreuzlingen und Basel rechnen Geschäfte ab Montag mit einem Andrang von deutschen Einkaufstouristen. Der Grund: Während hier die Läden wieder öffnen, bleibt der Einzelhandel in Deutschland noch zu.

von
Daniel Krähenbühl
Nathan Keusch
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Ab Montag können im ganzen Land Einkaufsläden und -center wieder öffnen.

Ab Montag können im ganzen Land Einkaufsläden und -center wieder öffnen.

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Während in der Schweiz die Vorfreude auf die Corona-Lockerungen gross ist, müssen Deutsche weiter gedulden: Der Einzelhandel bleibt weiterhin zu.

Während in der Schweiz die Vorfreude auf die Corona-Lockerungen gross ist, müssen Deutsche weiter gedulden: Der Einzelhandel bleibt weiterhin zu.

20min/Marco Zangger
«Ich denke, dass mehr Deutsche in die Grenzregionen strömen werden, um dort shoppen zu gehen», sagt Matthias Hotz, Präsident vom kantonalen Dachverband der Thurgauer Detailfachhandelsgeschäfte.

«Ich denke, dass mehr Deutsche in die Grenzregionen strömen werden, um dort shoppen zu gehen», sagt Matthias Hotz, Präsident vom kantonalen Dachverband der Thurgauer Detailfachhandelsgeschäfte.

imago images/Emmanuele Contini

Darum gehts

  • Am Montag öffnen Einkaufsläden und -center wieder.

  • Geschäfte in der deutschen Grenzregion rechnen mit zahlreichen Einkaufstouristen.

  • Detailhändler freuen sich auf die Kunden.

  • Bereits von deutschen Kunden profitieren konnten die Coiffeursalons.

Die Schweiz macht auf: Ab Montag können im ganzen Land Einkaufsläden und -center wieder öffnen. Viele Leser und Leserinnen können es kaum erwarten: «Ich werde mich glücklich ins Shopping stürzen», sagt etwa Cindy. Während in der Schweiz die Vorfreude auf die Corona-Lockerungen gross ist, müssen Deutsche weiter gedulden: So bleibt der Einzelhandel weiterhin zu, lediglich Friseure, Gartencenter, Gärtnereien oder Blumenläden dürfen aufmachen.

Während normalerweise Schweizer Einkaufstouristen nach Deutschland strömen, könnte sich die Situation ab Montag genau umgekehrt zeigen. Zwar müssen Deutsche nach einem Ausflug in die Schweiz in Quarantäne. Weil es aber zahlreiche Ausnahmen für Grenzpendler, Studenten, Angestellte in Gesundheitsberufen und für Personen, die bereits an Corona erkrankt sind, gibt, rechnet etwa Kreuzlingen mit zahlreichen Einkaufstouristen.

In die Schweiz zum Haareschneiden

«Ich denke, dass mehr Deutsche in die Grenzregionen strömen werden, um dort shoppen zu gehen», sagt Matthias Hotz, Präsident vom kantonalen Dachverband der Thurgauer Detailfachhandelsgeschäfte, TGshop. Dass der Grenztourismus jetzt in die andere Richtung dreht, sei positiv zu werten, sagt Hotz. «Dass unsere Geschäfte davon profitieren, freut uns natürlich.»

Eine entsprechende Entwicklung habe man in den vergangenen Wochen bereits in den Coiffeursalons der Region feststellen können: «Weil die Coiffeure in Deutschland geschlossen waren, kamen viele in die Schweiz, um sich die Haare machen zu lassen.»

Auch Saad al Mawla, der in Kreuzlingen den Jordan Coiffeur und Barbershop betreibt, profitierte vom Coiffeur-Shutdown in Deutschland: «In den letzten Wochen hatte ich deutlich mehr Kunden aus Deutschland.» Die deutsche Kundschaft habe sich «extrem» über die Möglichkeit zum Haareschneiden gefreut, so al Mawla. «Dass man sich hier die Haare schneiden lassen kann, hat sich ziemlich schnell herumgesprochen.»

Die Thurgauer SVP-Nationalrätin und Unternehmerin Diana Gutjahr freut sich über die Kundschaft aus dem Nachbarland: «Jeder Konsument ist willkommen, egal ob aus Deutschland oder aus der Schweiz.» Für die Ladenbesitzer sei es vor allem wichtig, dass sie Umsatz und damit Gewinne generieren könnten und aus der Krise kommen. Damit sicherten sie auch Arbeits- und Ausbildungsplätze. Negative epidemiologische Konsequenzen erwarte sie nicht: «In allen Läden gibt es Schutzkonzepte, an die man sich halten muss.»

Grenzgänger werden als Kunden erwartet

Auch Basler Läden hoffen auf ausländische Kundschaft: «Von den 50’000 französischen und deutschen Grenzgängern werden sicher auch einige in Basel shoppen gehen», sagt Roland Vögtli. Er betreibt den Kleiderladen Vögtli Mode in Basel und freut sich auf die Wiedereröffnung. «Das wird der Stadt bestimmt wieder etwas Leben einhauchen.»

Lukas Engelberger, Basler Regierungsrat und Präsident der Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektoren (GDK), dämpft derweil die Hoffnungen: «Aufgrund der geltenden Quarantäneregeln in Deutschland rechnen wir eher nicht mit zahlreichen Konsumentinnen und Konsumenten aus Deutschland.» Er appelliere jedoch an alle, sich an die Regeln zum Schutz vor Ansteckungen zu halten. «Bleiben Sie bitte vorsichtig», so Engelberger.

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Hier findest du Hilfe:

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BAG-Infoline Covid-19-Impfung, Tel. 058 377 88 92

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Branchenhilfe.ch, Ratgeber für betroffene Wirtschaftszweige

Pro Juventute, Tel. 147

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