Stürmische Zeiten vorerst vorbei
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Stürmische Zeiten vorerst vorbei

Zwar hat «Hanne» noch Bäume entwurzelt und lokal zu Überschwemmungen und Stromausfällen geführt, doch die Lage entspannt sich zusehends.

Auch die akute Lawinengefahr ging leicht zurück.

In der Nacht auf Mittwoch standen Dutzende von Feuerwehren auf der ganzen Alpennordseite und im Wallis im Einsatz, um von den Sturmwinden entwurzelte Bäume von Strassen zu räumen. Lokal kam es zu Überschwemmungen und die Feuerwehren mussten Keller auspumpen. Meldungen über Verletzte gab es nicht. Im Kanton Zürich wurden vier Autos durch zwei umstürzende Bäume beschädigt. Auf dem Flughafen Zürich-Kloten zwangen heftige Windböen mehrere landende Flugzeuge zum Durchstarten. Vereinzelt kam es auch zu Stromausfällen, so im Zürcher Unterland und in der Stadt Solothurn.

Am Mittwoch entspannte sich die Lage zusehends. Die wegen Schnee- und Erdrutschen am Vortag gesperrten Strassenabschnitte konnten praktisch alle wieder für den Verkehr freigegeben werden. In Oberried am Brienzersee, wo drei Brücken weggerissen worden waren, liefen die Wiederinstandstellungsarbeiten auf Hochtouren.

Etwas entschärft hat sich auch die Lawinengefahr. Verschiedene Strassenabschnitte, die aus Sicherheitsgründen geschlossen worden waren, konnten wieder geöffnet werden. Das Eidgenössische Institut für Schnee- und Lawinenforschung nahm bereits am Mittwochmorgen die höchste Alarmstufe zurück. Es herrschte aber nach wie vor grosse Lawinengefahr am ganzen Alpennordhang, Nordbünden und Engadin sowie dem ganzen Wallis. «Unsere Warnung hat sich als sehr nützlich erwiesen», sagte der Lawinenprognostiker Benjamin Zweifel auf Anfrage. Es seien umfangreiche Sicherheitsmassnahmen getroffen worden. Im Mattertal beispielsweise seien einige Lawinen bis nahe an die Bahngeleise gerutscht, andernorts seien die Schneemassen über die Schutzgalerien hinweggefegt. Rückmeldungen über Verschüttete habe es aber vorerst keine gegeben. Grund für die Entschärfung der Lage ist für den Lawinenexperten, dass die Temperaturen etwas gesunken sind. Zudem sei weniger als die Hälfte der erwarten 80 Zentimeter Schnee gefallen.

Die stürmische Witterung dürfte mit dem Durchzug von «Hanne» vorerst vorbei sein. Zwar erwarteten die Meteorologen für Mittwochabend und für kommenden Freitag noch einmal ein Auffrischen der Winde. Stürme wie in den vergangenen Tagen seien aber nicht mehr zu erwarten. Die Serie von Winterstürmen ist nach Einschätzung von MeteoSchweiz insofern ein ausserordentliches Ereignis, als es drei aufeinander folgende Sturmtiefs praktisch im 24-Stunden-Rhythmus gab. Mit dem Sturm «Lothar» von 1999 seien sie aber nicht vergleichbar. Auch «Hanne» erreichte am späten Dienstagnachmittag und -abend wiederum sehr starke Windspitzen. Zudem fielen innert 24 Stunden teilweise 40 bis 65 Liter Regen pro Quadratmeter. (dapd)

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