Föhn: Stürmischer und warmer Heiligabend
Aktualisiert

FöhnStürmischer und warmer Heiligabend

Ein zum Teil stürmischer Föhn hat die Temperaturen in den Föhngebieten an Heiligabend auf frühlingshafte Werte steigen lassen. Am wärmsten war es um die Mittagszeit in Altdorf mit 16,8 Grad. Die Lawinensituation bleibt kritisch.

In Vaduz wurden 16,4 Grad gemessen während es in Chur und Visp 12,6 beziehungsweise 12,5 Grad warm war. Im Mittelland stieg das Thermometer unter einer kompakten Hochnebelschicht mit einer Obergrenze von 800 bis 900 Meter auf höchstens plus drei bis knapp fünf Grad. Am kühlsten blieb es auf der Alpennordseite in Grenchen mit knapp plus zwei Grad, wie ein Meteorologe von MeteoSchweiz auf Anfrage der Nachrichtenagentur AP sagte.

In den Bergen herrschte starker bis stürmischer Südwestwind. Auf der Diavolezza wurden nach Angaben des Wetterdiensts Meteomedia Böenspitzen von 146 Kilometern pro Stunde (km/h) gemessen. Bei Les Diablerets blies der Wind mit einem Tempo von bis zu 130,3 km/h und auf dem Gütsch bis zu 129,2 km/h, wie es bei MeteoSchweiz hiess. Auf dem Jungfraujoch wurden Böenspitzen von 122,0 km/h, auf dem Piz Martegnas von 118,4 km/h, auf dem La Dole von 100,4 km/h und auf dem Corvatsch von 100,1 km/h registriert.

In der Innerschweiz haben sich die Sturmböen direkt auf den Verkehr ausgewirkt: Die Seilbahn zwischen Stöckalp und Melchsee- Frutt konnte nicht mehr fahren, wie es in einer Bahnverkehrsinformation der SBB heisst. Wie lange der Betrieb eingestellt ist, ist noch nicht klar.

Lawinensituation weiterhin kritisch

Mit Neuschnee und anhaltenden Winden ist die Lawinensituation in den Schweizer Alpen kritisch geblieben. Auf der zweithöchsten Stufe «gross» eingestuft wurde die Lawinengefahr für Freitag an Steilhängen oberhalb von rund 1800 Metern über Meer in den Regionen nördliches und mittleres Tessin, Zervreila, Rheinwald, Avers, Oberengadin und Bündner Südtäler.

Vor allem in der Nacht auf Weihnachten wurden spontane Lawinen erwartet, wie aus dem Lawinenbulletin des Instituts für Schnee- und Lawinenforschung vom Donnerstag hervorgeht. Lawinen könnten auch in Lagen unterhalb von 1800 Meter vorstossen und exponierte Verkehrswege gefährden.

Als erheblich eingestuft wurde die Lawinengefahr an Steilhängen oberhalb von rund 1800 Metern im Wallis, am westlichen und am zentralen Alpennordhang sowie im Sernftal, im St. Galler Oberland, im Sottoceneri sowie im übrigen Graubünden.

In der Nacht auf Donnerstag und am Donnerstag fielen am zentralen und östlichen Alpensüdhang 15 bis 25 Zentimeter Schnee. Die Mittagstemperaturen auf 2000 Metern Höhe lagen zwischen plus vier Grad im Nordwesten und minus ein Grad im Südosten. (dapd)

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