Aktualisiert 20.03.2012 12:54

70 Tonnen schwerStützmauer kracht auf Lastwagen

Das ist der Horror. Auf der Brenner-Autobahn im Tirol sackt plötzlich eine Mauer in sich zusammen. Sie begräbt einen LKW unter sich, dessen Chauffeur keine Chance hat. Schuld ist das Schmelzwasser.

von
rme
Wegen der Schneeschmelze hielt die Stützmauer dem Druck nicht mehr stand. Sie krachte just in dem Moment auf die Autobahn, als sich ein Lastwagen darunter befand.

Wegen der Schneeschmelze hielt die Stützmauer dem Druck nicht mehr stand. Sie krachte just in dem Moment auf die Autobahn, als sich ein Lastwagen darunter befand.

Der Unfall ereignet sich am frühen Dienstagmorgen, gegen 5.15 Uhr, im Stubaital. Plötzlich kracht in der Nähe der Mautstelle Schönberg eine um die 70 Tonnen schwere Stützmauer auf die Südspur der Autobahn A13. Genau in dem Augenblick, als sich ein Lastwagen aus Deutschland darunter befindet.

Der Chauffeur hat keine Chance. Sein Gefährt wird von der Mauer regelrecht zerdrückt. Den ganzen Vormittag über versuchten die Rettungskräfte mit mehreren Kränen, die tonnenschwere Last vom Fahrzeug zu hieven, bislang erfolglos. «Die Bergungsarbeiten gestalten sich sehr schwierig», sagt Markus Widmann vom Tiroler Landespolizeikommando gegenüber dem «Kurier».

Schmelzwasser als Ursache

Gemäss der Asfinag, der Firma, die in Österreich die Autobahnen betreibt, wurde die umgestürzte Mauer 1980 errichtet. Erst kürzlich, im November 2011, sei sie von Experten geprüft worden. Laut ersten Erkenntnissen dürfte sie dem erhöhten Erddruck aufgrund von Schmelzwasser nicht mehr standgehalten haben.

Für den Landesgeologen Gunther Heissel, der am Unglücksort war, ist der Fall bereits klar. Dem ORF sagt er: «Die Ursache liegt sicher in der Schneeschmelze.» In diesem Winter habe es besonders viel Schnee gehabt. Dadurch habe sich der Hangdruck dermassen erhöht, dass der Hang die Mauer von einer Sekunde auf die andere umgeworfen habe.

Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass auch andere Teile der Mauer betroffen seien, liess ein Asfinag-Sprecher verlauten. Deshalb sind zwei Fahrspuren nach wie vor gesperrt.

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