Aktualisiert 17.09.2007 12:29

Stumme Demo für Streubombenverbot

Mit rund 150 zweidimensionalen Kindergestalten wurde zum Auftakt der Herbstsession gegen Streubomben demonstriert. Opfer von Streubomben sind fast ausschliesslich Zivilisten, rund ein Drittel davon Kinder.

Das Thema Streubomben steht auf der Traktandenliste der Herbstsession. Mit ihrer Aktion will Handicap International ihre Forderung nach einem totalen Streubombenverbot in der Schweiz unterstreichen. Der Bundesrat sowie die Kommissionen von National- und Ständerat befürworten lediglich ein Teilverbot.

Opfer sind vor allem Zivilpersonen

Die Opfer von Streubomben seien zu 98 Prozent Zivilpersonen, 27 Prozent davon Kinder, heisst es in einer Medienmitteilung von Handicap International. Das von der Schweiz geplante Teilverbvot sei untragbar, wird Handicap-Direktor Paul Vermeulen im Communiqué zitiert.

«Die Regierung weiss, welch gravierende Folgen diese verstümmelnden Waffen haben». Der Bundesrat verstecke sich jedoch hinter Spitzfindigkeiten, um keinen für die Schweiz verbindlichen Entscheid zu treffen, stellte Vermeulen weiter fest.

Wahllose Waffe

Bomben mit Streumunition sind Hightech-Munition und bestehen aus einem Behälter (Bombe, Rakete, Granate), der mit bis zu mehreren Hundert Mini-Bomben, den so genannten Streumunitionen oder Bomblets, bestückt ist. Streubomben werden von Kampfflugzeugen oder von Kanonen, Haubitzen, Raketenwerfern und Minenwerfern abgeschossen.

Der Behälter öffnet sich in der Luft und stösst die Streumunitionen aus, die beim Kontakt mit dem Boden oder dem anvisierten Ziel explodieren. Streubomben treffen wahllos und flächendeckend.

Viele Blindgänger

Nach Schätzungen von Handicap International explodieren 15 bis 40 Prozent der Streumunitionen nicht und können dann auch noch nach Jahrzehnten - wie Antipersonenminen - beim geringsten Kontakt ausgelöst werden.

Die rund 200 000 Streumunitionssysteme in der Schweiz - für Panzerhaubitzen und schwere Minenwerfer - sind nach Angaben der Behörden mit Selbstzerstörungsvorrichtungen versehen, die Blindgänger verhindern sollten. (sda)

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