Stundenlanges Zugschaos
Aktualisiert

Stundenlanges Zugschaos

Eine Fahrleitungsstörung hat den Berner Bahnverkehr völlig aus dem Takt gebracht. Die Panne führte in allen Richtungen zu Verspätungen erst nach acht Stunden wieder Normalbetrieb einkehrte. Tausende Pendler kamen zu spät.

Um 08.25 Uhr beschädigte ein Dienstzug mit dem Stromabnehmer die Fahrleitung in Weyermannshaus westlich des Hauptbahnhofs. Zudem kam es in Bern Wylerfeld aus unbekannten Gründen zu einer weiteren Fahrleitungsstörung. Und dann sorgte auch noch ein Stromausfall zwischen Zollikofen und Münchenbuchsee für einen weiteren Streckenunterbruch zwischen Biel und Bern.

Die Folgen namentlich für den Bahnverkehr Richtung Westschweiz waren gravierend. Vorübergehend verkehrten ab Bern keine Züge mehr in Richtung Freiburg, Lausanne und Genf. In Richtung Zürich, Basel, Luzern, Interlaken und Wallis gab es Verspätungen. Bedingt durch die Störung in Bern Wylerfeld wurden die Züge Richtung Basel und Zürich vorübergehend im Stunden- statt im Halbstundentakt geführt. Denn Richtung Osten standen zeitweise nur zwei oder drei von vier Gleisen zur Verfügung. Im Berner S-Bahnverkehr wendeten die Züge in den Berner Vorortsbahnhöfen, wo die Passagiere auf Trams und Busse von Bern Mobil sowie Züge des Regionalverkehrs Bern-Solothurn umsteigen konnten.

Ab 12.30 Uhr waren alle vier Gleise Richtung Osten wieder befahrbar. Danach konnten die Fernverkehrszüge wieder fahrplanmässig verkehren. In Richtung Westen wurde die Fahrleitung bis 16.00 Uhr repariert. Danach war der Betrieb auf einem Gleis wieder möglich, und alle Intercity-Züge zwischen Bern und Freiburg wurden durchgehend nach Fahrplan geführt. Für die S-Bahnen zwischen Bern - Bümpliz Süd sowie im Fernverkehr zwischen Bern und Freiburg setzten die SBB Ersatzbusse ein. Einzelne S-Bahnen wendeten bis Betriebsschluss in den Vorortsbahnhöfen, von wo aus die Reisenden auf andere S-Bahnen oder den Nahverkehr umsteigen konnten.

«Für die Reisenden hatte die Störung erhebliche Unannehmlichkeiten zur Folge», sagte ein SBB-Sprecher auf Anfrage. Die Verspätungen betrugen bis zu einer halben Stunde. Die SBB baten um Verständnis und Geduld. Zur Information der Zugspassagiere standen an den Bahnhöfen zahlreiche Mitarbeitende für die Kundenbetreuung im Einsatz. (dapd)

Deine Meinung