Sturm aufs Capitol: Richard Barnett drohen 47 Jahre Haft

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Sturm aufs CapitolEr drang in Pelosis Büro, jetzt drohen ihm knapp 50 Jahre Haft

Am 6. Januar 2021 verschaffte sich Richard Barnett Zutritt zum Büro von Spitzenpolitikerin Nancy Pelosi – ausgerüstet mit einem Elektroschocker. Er ist nun in acht Anklagepunkten schuldig gesprochen worden. Das Strafmass folgt später.

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Beim Sturm aufs Capitol ging zwei Jahren dieses Fot um die Welt: Richard Barnett verschaffte sich Zutritt zu Nancy Pelosis Büro. (6. Januar 2021)

Beim Sturm aufs Capitol ging zwei Jahren dieses Fot um die Welt: Richard Barnett verschaffte sich Zutritt zu Nancy Pelosis Büro. (6. Januar 2021)

AFP
Zwei Tage nach dem Sturm auf das Capitol wurde Barnett verhaftet. (8. Januar 2021)

Zwei Tage nach dem Sturm auf das Capitol wurde Barnett verhaftet. (8. Januar 2021)

via REUTERS
Barnett wurde nun in acht Anklagepunkten für schuldig befunden.

Barnett wurde nun in acht Anklagepunkten für schuldig befunden.

Getty Images via AFP

Darum gehts

  • «Nancy, Bigo war hier, du Sch*****» – diese Botschaft hatte Richard «Bigo» Barnett Nancy Pelosi auf ihrem Schreibtisch hinterlassen, als er am 6. Januar 2021 ihr Büro stürmte. 

  • Barnett wurde nun von einem Gericht schuldig gesprochen.

  • Ihm drohen bis zu 47 Jahre Haft.

  • Das Strafmass wird im Mai erwartet.

In der juristischen Aufarbeitung der Erstürmung des US-Capitols vor zwei Jahren ist nun auch der Eindringling schuldig gesprochen worden, der am Schreibtisch der Spitzenpolitikerin Nancy Pelosi posierte. Die Geschworenen in der Hauptstadt Washington sprachen Richard Barnett am Montag in acht Anklagepunkten schuldig. In einem separaten Prozess wurden zudem vier Mitglieder der rechtsextremen US-Miliz Oath Keepers der «aufrührerischen Verschwörung» schuldig befunden.

Barnett wurde unter anderem der Behinderung eines offiziellen Vorgangs und des Eindringens in ein offizielles Gebäude mit einer gefährlichen oder tödlichen Waffe schuldig gesprochen. Das Strafmass soll am 3. Mai verkündet werden. Dem Mann aus dem Bundesstaat Arkansas droht eine lange Gefängnisstrafe, die Staatsanwaltschaft sprach von bis zu 47 Jahren Haft.

Barnett hatte zusammen mit Hunderten Anhängern des abgewählten Präsidenten Donald Trump am 6. Januar 2021 das Capitol gestürmt, als dort der Wahlsieg des heutigen Präsidenten Joe Biden endgültig bestätigt werden sollte. Barnett drang dann in das Büro der damaligen Vorsitzenden des Repräsentantenhauses, Pelosi, vor.

Bewaffnet mit Elektroschocker

Ein Fotograf der Nachrichtenagentur AFP fotografierte den Mann mit grauem Bart, als er es sich an Pelosis Schreibtisch auf dem Bürostuhl der Demokratin bequem machte und seinen Fuss auf ihrem Tisch ablegte. Barnett wurde damit zu einem der bekanntesten Gesichter des Angriffs auf den Kongress – und zwei Tage später in Arkansas festgenommen.

Im Capitol hatte der Mann mit dem Spitznamen Bigo zu Journalisten gesagt, er habe Pelosi einen Zettel mit der Botschaft «Nancy, Bigo war hier, du Sch*****» hinterlassen. Bewaffnet war er mit einem Spazierstock und einem Elektroschocker.

Fünf Personen starben durch Sturm aufs Capitol

Die Capitol-Erstürmung mit fünf Todesopfern hatte die USA tief erschüttert und international für Entsetzen gesorgt. Die Polizei nahm seither mehr als 950 Verdächtige fest, die juristische Aufarbeitung läuft.

Dabei wurden in einem von Barnetts Verfahren unabhängigen Prozess am Montag auch vier Mitglieder der Oath Keepers schuldig gesprochen. Eine Jury befand sie in Washington der «aufrührerischen Verschwörung» gegen die US-Regierung für schuldig. Oath-Keepers-Gründer Stewart Rhodes war bereits im November dieses besonders schweren Anklagepunktes schuldig gesprochen worden.

Gegen Ex-Präsident Trump, der seine Anhänger zum Marsch auf das Capitol aufgerufen hatte, war wegen der Capitol-Erstürmung ein Amtsenthebungsverfahren eingeleitet worden, das aber im Senat scheiterte. Im vergangenen November ernannte US-Justizminister Merrick Garland einen Sonderermittler, der unter anderem Trumps Rolle bei dem Geschehen unter die Lupe nimmt.

Ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss empfahl der US-Justiz im Dezember, ein Strafverfahren gegen den Ex-Präsidenten einzuleiten. Es geht unter anderem um den Vorwurf der Anstiftung oder Beihilfe zum Aufstand sowie der Behinderung eines offiziellen Vorgangs.

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(AFP/roy)

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